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Wie stellt sich der Gehalt an ultravioletten Strahlen unserer künstlichen Lichtquellen im Vergleich zum Tages- und Sonnenlicht?

  • W. Voege

Zusammenfassung

Wie schon früher erwähnt, verschiebt sich das Maximum der Intensität im Spektrum immer weiter nach den kurzwelligen Strahlen zu, je heißer der lichtaussendende Körper wird; d. h. je höher die Temperatur des strahlenden Körpers ist, um so größer ist der Prozentsatz an blauen, violetten und ultravioletten Strahlen von der Gesamtstrahlung. Da nun die Erfolge der Beleuchtungstechnik im wesentlichen darauf zurückzuführen sind, daß es gelungen ist, die Temperatur der leuchtenden Körper, seien es Glühfäden, Bogenlampenkohlen oder offene Flammen, zu erhöhen, so enthalten unsere modernen Lichtquellen zweifellos mehr ultraviolettes Licht als die alten Öl- und Petroleumlampen. Ja, der elektrische Lichtbogen, die Uviol- und die Quecksilberquarzlampe liefern ultraviolette Strahlen von so kleiner Wellenlänge, wie wir sie im Sonnenlicht dank der Absorption in der Atmosphäre nie finden. Wenn man diese Strahlen kleinster Wellenlänge auch einerseits, z. B. in der Finsenbehandlung von Hautkrankheiten, der Menschheit nutzbar gemacht hat, so müssen wir doch andererseits das Auge unbedingt vor ihnen schützen, da dieselben unter Umständen Entzündungen am äußeren Auge, die sogenannte „elektrische Ophthalmie“ hervorrufen können. Da aber, wie wir sahen, jedes gewöhnliche Glas einen wirksamen Schutz gegen diese Strahlen von kleinerer Wellenlänge als 300 μμ gewährt, so brauchen wir uns vor diesen Strahlen nicht weiter zu fürchten. Nur ist darauf zu achten, daß die Lampen, vor allem die Quecksilberquarzlampe, stets mit einer Glasglocke umgeben sind. Um zu entscheiden, ob die übrigen, die Glasscheibe durchdringenden langwelligen ultravioletten Strahlen im Licht unserer heutigen Lichtquellen in stärkerem Maße enthalten sind als im Tages- und Sonnenlicht, habe ich eine große Reihe von Versuchen angestellt, von denen die wichtigsten hier wiedergegeben sein mögen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1910

Authors and Affiliations

  • W. Voege
    • 1
  1. 1.Physikal. Staatslaboratorium in HamburgHamburgDeutschland

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