Zusammenfassung
Um eine für den Einzelhandel zweckentsprechende Ausbildung der Lehrlinge zu gewährleisten, wird die Unterweisung in den beiden wichtigsten Teilgebieten des Verkaufswesens, in Warenkunde und Verkaufskunde (vgl. die S. 7–24 gegebene Systematik der Fächer) allgemein noch viel gründlicher und eingehender erfolgen müssen als bisher. Der Lehrplan der alten Handelsschulen ist für den Einzelhandel unzulänglich. Der Lehrplan der Verkaufsschule muß neu gestaltet werden. Maßgebend hierfür muß die Tatsache sein, daß im Mittelpunkt des Verkaufs die Ware steht, die Ware allein und immer wieder nur die Ware. Eine Erklärung dafür gibt die natürliche Tatsache, daß der Mensch selbst aus Stoffen besteht und zur Erhaltung seines Lebens und zur Gestaltung seiner Lebensbedürfnisse nur Stoffe der Außenwelt benützen kann und muß. Seine grundlegenden Bedürfnisse nach Nahrung, Wohnung und Kleidung, wie auch alle kulturgeschichtlich gewordenen verfeinerten Bedürfnisse der Körperpflege, der Bildung, des Geschmacks und der Mode können letzten Endes nur durch Stoffe und Stoffgemenge befriedigt werden. Die Beschaffung dieser Stoffgemenge — der Waren im weitesten Sinne — ist ja der Zweck und der Inhalt jeder Wirtschaft1.
Literatur
- 1.Vgl. V. Pöschl: Warenkunde, 2. Aufl., Bd. 1, S. 4. Stuttgart 1924.Google Scholar
- 1.Von den zahlreichen mehr oder weniger vermeidbaren Abwandlungen dieser Fächer, ihrer Verbindung untereinander und mit anderen Fächern soll im folgenden zur Erzielung größerer Klarheit abgesehen werden. Es kann nur durch örtliche Verhältnisse gerechtfertigt erscheinen, wenn z. B. „Lebens- und Bürgerkunde“ mit „Verkaufs- und Wirtschaftskunde” und „Deutsch“ zu einem einzigen Fach „Berufs- und Gemeinschaftskunde” zusammengefaßt wird.Google Scholar