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Die fatalistischen Einwände

  • Berthold v. Kern

Zusammenfassung

Indes sind auch mit diesem Endergebnis die Schwierigkeiten noch nicht restlos erledigt, die aus dem Problem der Willensfreiheit hervorgewachsen sind. Die Gesetz -mäßigkeit, die ich für all unser Handeln aufrecht erhalten habe, sie ist es, die um das eigentliche Problem herum noch den Untergrund von weiteren Bedenken und von Kämpfen bildet. Sie wird beschuldigt, den Verfall in Fatalismus oder Prädestination nach sich zu ziehen und damit schließlich doch der Ethik ihre Wurzeln abzugraben. Denn die Gesetzmäßigkeit führt zurück auf die starre Geltung kausaler Bedingtheit und beschwört die Laplace’sche Fiktion einer Weltformel herauf, die alle den Weltlauf ergebenden Tatsachen und Bedingungen zu umfassen hätte; mittels ihrer würde die Zukunft wie die Vergangenheit in allen ihren Geschehnissen zu berechnen und zu enthüllen sein. Wozu also bedürfte es einer Ethik, wozu unseres Strebens und Ringens um die Zukunft, wozu der Idee der Freiheit, wenn doch dies alles nur Schein wäre, hinter dem die kausalgesetzliche Notwendigkeit ihr unabänderliches Wesen triebe? Das ist die fatalistische Wendung in ihrer rationalen Form, während ihre metaphysische Form in die Prädestination ausläuft.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1914

Authors and Affiliations

  • Berthold v. Kern

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