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Die Willensfreiheit als logischer Begriff

  • Berthold v. Kern

Zusammenfassung

Lassen wir also den Indeterminismus fallen und mit ihm auch jenen Mißgriff, der die indeterministische Gesetzlosigkeit als Freiheit bezeichnet, so behalten wir einen Freiheitsbegriff übrig, in den der Indeterminismus nicht mehr hineinspricht und der trotzdem, wie wir gesehen haben, allen Anforderungen der rechtlichen, der ethischen und selbst einer metaphysischen Verantwortlichkeit durchaus gerecht wird. Wenn wir aber in diesem Sinne, den wir uns hier zu eigen gemacht haben, von Freiheit reden, dann repräsentiert sie einen Begriff, der nichts mehr zu tun hat mit psychologischen Zusammenhängen und nichts mit der Frage nach den psychologischen Wegen, auf denen unsere Entschließungen zustande kommen. Es handelt sich bei diesem Begriff vielmehr um eine gänzlich andersartige und hiervon völlig unabhängige Fragestellung, nämlich um den inhaltlichen Tatbestand und sein Rechtsverhältnis zu andern Tatbeständen, gewissermaßen um das Heimrecht der Motive und Entschließungen. Sind diese — so fragen wir — inhaltlich getragen und beherrscht von dem eigenartigen Komplex alles dessen, was wir als unser Ich bezeichnen, von seinem Charakter, seinem Wissen, seinem ethischen Besitzstande usw., und bringen sie diesen Inhaltskomplex bestimmend und ausschlaggebend zum Ausdruck?

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1914

Authors and Affiliations

  • Berthold v. Kern

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