Zum Eisenstoffwechsel bei Hämochromatose

  • Ludwig Heilmeyer
  • Fr. Wöhler

Zusammenfassung

An einem Falle von Hämochromatose wurden Untersuchungen mit radioaktivem Eisen (Fe59) gemeinsam mit Keiderling durchgeführt. Dabei ergab sich, daß der Einbau des im Plasma gelösten, an Transferrin gebundenen markierten Eisens in die Erythrocyten enorm vermindert ist (s. Abb. 1). Da bei dem Fall keine aplastische Anämie bestand und die rote Blutbildung annähernd normal verlief, muß die geringe Aufnahme des injizierten Radioeisens mit dem gewaltigen Eisenpool im Zusammenhang stehen, der sich in allen Organen des Hämochromatosekranken, besonders in Leber, Milz und Knochenmark findet. Das injizierte Radioeisen vermischt sich offenbar mit dem Gesamtdepoteisen des Pools und tritt deshalb in prozentual nur geringer Menge in die Erythrocyten ein. Der nach der gewöhnlichen Methode berechnete Turnover des Erythrocyteneisens erscheint deshalb als vermindert. Die Abwanderung des Radioeisens (in Form des physiologischen Eisens gegeben) erscheint verlangsamt (+ 1/2 = 189′, normal etwa 40′). Auch hierbei spielt die relativ große Plasmaeisenmenge von 238 γ-% bei diesem Falle eine wesentliche Rolle. Der Plasmaeisenturnover ist aber gegenüber der Norm beschleunigt, was wohl mit ausgedehnten intermediären Eisenverschiebungen bei Hämochromatose zusammenhängt. Die vorgetragenen Befunde müssen natürlich noch an weiteren Fällen bestätigt werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1956

Authors and Affiliations

  • Ludwig Heilmeyer
    • 1
  • Fr. Wöhler
  1. 1.Freiburg i. Br.Deutschland

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