Durch Destillation aus Steinkohle, Braunkohle, Schiefer und Torf gewonnene Teere

  • D. Holde

Zusammenfassung

Steinkoblenteer wird in vorwiegender Menge im Kokerei -betrieb (Zechen- oder Koksofenteer), in zweiter Linie bei der Herstellung von Leuchtgas und Koks als Nebenprodukt erhalten (Gasteer). Eine mehr untergeordnete Rolle spielt der bei der pyrogenen Zersetzung von Olgas erhaltene Ölgasteer, Wassergasteer, sowie der in der Roheisenindustrie entfallende Hochofenteer. Die Ausbeute an Teer beträgt bei der Leuchtgas-bereitung ca. 4,7 % der Kohle, bei der Koksfabrikation 2 bis 6 %, je nach Kohle und Ofenkonstruktion. Seine Farbe verdankt der Teer hauptsächlich suspendiertem freien Kohlenstoff und dunklen hochmolekularen Kohlenwasserstoffen. Das spez. Gewicht schwankt bei Steinkohlenteer zwischen 1,1 und 1,28, bei anderen Teeren innerhalb ziemlich weiter Grenzen von 0,954 bis 1,220 (vgl. Lunge-Berl, III. Bd., 375). In der Regel liegt das spez. Gewicht der Steinkohlenteere über 1, nur Hochofenteer und Ölgasteer können (je nach der Alt der Vergasung) auch spez. Gewicht > 1 haben.

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Literatur

  1. 1).
    Lieferant des Apparates ist Dr. Rob. Muencke, Berlin, Luisenstraße.Google Scholar
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    Bericht über die Tätigkeit des kantonalen chemischen Laboratoriums Basel-Stadt 1904.Google Scholar
  3. 1).
    Um die Kenntnis der chemischen Zusammensetzung des Braunkohlenteers und der Schwelwässer der Braunkohle haben sich besonders E. Rosenthal (Angew. Chem. 1893, 6, 109; 1901, 14, 665; 1903, 16, 221; Chem.-Ztg. 14, 870), Oehler (Angew. Chem. 1899, 11, 561), Heussler (Ber. 1892, 25, 1665), Krafft (Ber. 1888, 21, 2256), Ihlder (Angew. Chem. 1904, 17, Heft 16) u. a. verdient gemacht.Google Scholar
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    Eine von Holde neuerdings zur Unterscheidung von sog. Lackbenzin (Terpentinersatz) und Leuchtpetroleum vorgeschlagene einfache Siedeprobe läßt sich vielleicht bis zu einem gewissen Grad auch zur Beurteilung von Gasöl verwerten. Die Probe beruht darauf, daß die Differenz (b — a) beim Siedebeginn zwischen Temperatur der siedenden Flüssigkeit (b) im Englerkolben und im Dampf (a, am Abzugsrohr gemessen) bei Lackbenzinen nur 5–18°, bei Leuchtölen 30–45° beträgt und beim Abdestillieren von etwa 20 ccm Öl bei Lackbenzinen auf 4–15°, bei Leuchtölen auf 21–44° sinkt. Dies Ergebnis wird dadurch bedingt, daß Lackbenzine in engeren Grenzen sieden als Leuchtpetrole, welche auch wesentlich mehr höher siedende Anteile haben; letztere erniedrigen die Dampfspannung bezw. erhöhen den Siedepunkt der niedriger siedenden Anteile in der siedenden Flüssigkeit.Google Scholar
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    Es erscheint zweckmäßiger, statt des feuergefährlichen und weit schwerer neben Alkohol rein wiederzugewinnenden Äthers Chloroform zu benutzen, wie dies inzwischen auch schon von anderer Seite vorgeschlagen ist.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • D. Holde
    • 1
  1. 1.Technischen Hochschule BerlinDeutschland

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