Zusammenfassung
Führen die Konsequenzen einer Verhaltensweise dazu, daß die Häufigkeit des Auftretens des betreffenden Verhaltens zunimmt, so wird in der Lernpsychologie von Verstärkung gesprochen. Unter positiven Verstärkern versteht man Reize und Ereignisse, deren reaktionskontingente (d. h. unmittelbar anschließende) Darbietung dazu führt, daß die Frequenz einer Verhaltensweise ansteigt; unter negativen Verstärkern versteht man Reize und Ereignisse, deren reaktionskontingente Entfernung bzw. Beendigung dazu führt, daß die Frequenz einer Verhaltensweise ansteigt (operantes bzw. instrumentelles Lernen; Levis 1990). Im klinisch-lernpsychologischen Bereich wird in bezug auf die Entstehung und Aufrechterhaltung gestörten Verhaltens beiden Formen der Verstärkung substantieller Stellenwert zugemessen, während in therapeutischer Hinsicht vor allem das Prinzip der positiven Verstärkung im Mittelpunkt steht. Erwünschte Verhaltensweisen, die im Repertoire des Patienten nicht mit ausreichender Häufigkeit und Stärke vertreten sind, werden dabei durch den systematischen Einsatz von positiv verstärkenden Konsequenzen in ihrer Auftretenswahrscheinlichkeit zu erhöhen versucht. Therapiepläne, die ausschließlich auf verstärkungspsychologischen Strategien beruhen, sind in den letzten Jahren im Zug der generellen Hinwendung zu multimodalen Therapieprogrammen eher in den Hintergrund getreten; im Rahmen solcher multimodaler Therapieprogramme kommt Ansätzen zur Veränderung von Verhaltens-VerstärkerKontingenzen jedoch, der grundsätzlichen Bedeutung positiver und negativer Verhaltenskonsequenzen im Lernprozeß entsprechend, nach wie vor eine wichtige Rolle zu.
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Literatur
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