Zusammenfassung

Füher galt mit der Diagnose einer subakuten bakteriellen Endocarditis das Schicksal des betreffenden Patienten als besiegelt. Die Antibiotica, an erster Stelle das Penicillin, verwandelten dann die Endocarditis schlagartig in eine heilbare Krankheit. Gerne wird heute dieses Beispiel zitiert, um die Umwälzung, welche die Antibiotica auf dem Gebiete der Infektionskrankheiten gebracht haben, zahlenmäßig besonders eindrücklich zu belegen. Tatsächlich ist — wie im Therapie-Kapitel dargelegt — heute in 60–80%, unter günstigen Voraussetzungen sogar einem noch höheren Anteil eine Heilung möglich (15a, 28, 61, 72, 79, 80, 136, 137, 138, 159, 162, 172, 175, 176,185, 215, 256, 257, 265, 281, 282, 292, 294, 299, 321, 391, 399, 477, 524, 559 u. a.). Aber auch hier folgte wie oft der überschwänglichen Beurteilung der ersten Erfolge eine gewisse Ernüchterung. Es wurde bald erkannt, daß bakteriologische Sanierung und klinische Wiederherstellung nicht identisch sind. Trotz größerer Erfahrung und neuer Antibiotica mit ihrer meist ausgezeichnten Wirkung auf die Sepsis selbst ist die Mortalität in den letzten Jahren kaum oder nicht mehr gesunken, und das Syndrom der „geheilten Endocarditis“ (68, 100, 200, 214, 245, 286, 378, 391, 437, 445), gekennzeichnet durch Klappendefekte, Herzinsuffizienz, embolische und renale Residuen usw., hat der klinischen Kardiologie neue Probleme gestellt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1960

Authors and Affiliations

  • Frank Schaub
    • 1
  1. 1.Medizinischen Universitätsklinik ZürichZürichSchweiz

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