Zusammenfassung
Auch Depressionen gehören zu den häufigsten behandlungsbedürftigen psychischen Störungen (Tabelle 6.1). Für die Notfallbehandlung ist eine gute Kenntnis der Psychopathologie und der Behandlungsmöglichkeiten deshalb wichtig, weil Depressionen die Ursache für einen Suizid- oder Suizidversuch sein können. Die Sechsmonatsprävalenz depressiver Störungen liegt zwischen 5 und 10%. Dies bedeutet, daß in der Bundesrepublik Deutschland mit 4–8 Mio. behandlungsbedürftigen Erkrankungen zu rechnen ist. Depressive suchen, wenn überhaupt, zuerst niedergelassene Allgemeinpraktiker und Internisten auf. Lediglich 5–10 % gehen direkt zum Nervenarzt oder Psychotherapeuten. Viele werden diagnostisch nicht erfaßt, v.a. wenn körperliche Symptome im Vordergrund stehen. Depressionen neigen zur Chronifizierung oder zum Rezidiv. Im Rahmen einer Pathomorphose in den letzten Jahrzehnten wird die psychopathologische Symptomatologie diskreter und in stei?gender Tendenz von somatischen Symptomen geprägt.
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