Zusammenfassung
Bei der Betrachtung psychologisch orientierter Therapieansätze zeigt sich eine verwirrende Heterogenität von Standpunkten und Behandlungsprinzipien. Dabei gibt es in den einzelnen psychotherapeutischen Schulen große Unterschiede bezüglich des Ausmaßes, in dem man sich im therapeutischen Handeln auf theoretische Überlegungen, empirische Daten, bzw. auf eine Ansammlung privater klinischer Erfahrung oder auf die Postulate eindrucksvoller Gründerfiguren stützt. Psychologische Therapieansätze sind weder im System der Wissenschaft, der Ausbildung, der Versorgung, noch im Denken und Verständnis der Bevölkerung fest verankert; dies steht in gewissem Kontrast zu medizinischen (apparativen, pharmakologischen ...) Einrichtungen, die einen festen Platz in der Gesellschaft besitzen. Die Unsicherheit von Personen mit psychischen Problemen und die Stellung von Psychotherapeuten im Versorgungssystem hängt u. U. mit den Emotionen zusammen, die die Gesellschaft psychischen „Störungen“ entgegenbringt. Auch wenn wir meinen, das Zeitalter der Dämonologie längst überwunden zu haben, haftet psychischen Störungen immer noch etwas Mystisches, Geheimnisvolles an, das uns in vielen Fällen gefühlsmäßig stark berührt. Innerhalb der Psychotherapie zeigt sich auch eine ausgesprochen problematische Aufsplitterung: Corsini (1983) etwa listet mehr als 250 unterscheidbare Therapierichtungen auf.
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