Der Kiefernhochwald

  • Carl von Fischbach

Zusammenfassung

Die Kiefer, Föhre, Forche nimmt von allen Waldbäumen in Deutschland das weiteste Gebiet ein, sie bildet in der norddeutschen Tiefebene als herrschende Holzart die ausgedehntesten Forste, wo meist sie allein nur möglich ist. Auch in den Flußniederungen des Rheins und der Donau und ihrer Seitenflüsse kommt sie in größerer Ausdehnung vor. Im Hügellande findet sie sich ebenfalls von alten Zeiten her heimisch und gewinnt hier noch an Terrain auf den durch Raubwirthschaft entkräfteten Böden; in dieses Gebiet fallen insbesondere große Waldcomplexe in den bayrischen Regierungsbezirken Oberpfalz, Ober- und Mittelfranken 2c. — Bei ihrem weiteren Vorrücken in die höheren Lagen kommt sie übrigens da und dort in eine Region, wo ihr in der Jugend der Schneedruck verderblich wird und ihre Erziehung in geschlossenen Beständen unmöglich macht, weil die Junghölzer vom 15. bis 20. Jahre ab in Folge dieser Beschädigungen so lückenhaft werden daß nur noch ein geringer Theil der Bodenfläche einen Ertrag liefert. Dieser schädliche Einfluß macht sich aber nicht überall bemerklich, indem er von lokalen klimatischen Verhältnissen abhängig ist. So finden sich z. B. auf dem nördlichen Theil des Schwarzwaldes (bei Wildbad 2c.) große Kiefernbestände verschiedenen Alters, bis über 120 Jahre alt, während im südlichen Theile dieses Gebirgszugs, St. Blasien 2c., die Kiefer nur in Einzelmischung zwischen anderen Holzarten angezogen werden kann, weil die geschlossenen reinen Junghölzer dem Schneedruck schon in früher Jugend erliegen. Auch in milderen Klimaten kommen ähnliche Verhältnisse vor, z. B. häufig da, wo die Kiefer neben der Weinrebe angebaut wird. Ueberall, wo sie nicht von jeher heimisch ist, muß man vor der Einführung dieser Holzart sich hauptsächlich darüber vergewissern, daß von diesem Uebel nichts für sie zu fürchten sei; denn gegen die übrigen klimatischen Faktoren ist sie fast ganz unempfindlich, und erträgt namentlich sowohl heftige Winterkälte, Spät- und Frühfröste wie große Hitze und Trockenheit; auch widersteht sie den Stürmen ziemlich gut.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1880

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  • Carl von Fischbach

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