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MedienAlltag pp 129-138 | Cite as

Vom Ausflugs- zum Alltagsbegleiter: Tragbare Radios und mobiles Radiohören 1950–1970

  • Heike Weber
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Abstract

Radiohören gilt heute als klassische Nebenbei-Tätigkeit. Mit Badezimmerradio, Tuner der Hifi-Anlage oder Autoradio sind die Geräte hierzu an zahlreichen Orten präsent und als Taschenradio oder Handyfunktion auch mobil verfügbar. Der durchschnittliche deutsche Haushalt besitzt sechs bis sieben UKW-Empfänger, wovon die Hälfte auf tragbare Varianten entfällt (vgl. Breunig 2006: 5). Ein solcher Mehrfachbesitz wurde zwischen 1950 und 1970 üblich, als das fest in den häuslichen Routinen verankerte „Erstgerät‟ durch ein tragbares Radio ergänzt wurde. Im Folgenden wird gezeigt, wie die tragbaren Geräte schließlich in immer mehr häuslichen, außerhäuslichen und (auto-)mobilen Räumen eingesetzt wurden. Zur Domestizierung des Radios gehört mithin nicht nur das Hören am Wohnzimmergerät, durch das es in den 1930er Jahren ‚verhäuslicht‛ worden was (vgl. Friemert 1996; Lenk 1997; femer Pater/Schmidt 2007 und Moores 2007 in diesem Band), sondern ebenso der Prozess, in dem es über mobile Radiovarianten zu einem Alltagsbegleiter geformt wurde.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden 2007

Authors and Affiliations

  • Heike Weber

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