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Bindungsstörungen

  • Simon M. RankEmail author
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Zusammenfassung

Bindungsstörungen sind Folgestörungen nach andauernden emotionalen oder körperlichen Entbehrungen, Entzügen, Verlusterfahrungen oder Isolation, zu denen exemplarisch häufige Beziehungsabbrüche und Misshandlung in der frühen Kindheit zählen. Es wird eine ungehemmte und eine gehemmte Form unterschieden. Bindungsstörungen können jedoch auch „maskiert“ sein. In den ersten drei Lebensjahren bedeuten Bindungsstörungen auslösende Situationen ständigen Stress, der sich auswirkt, indem sich betroffene Kinder gewissermaßen „ausklinken“, unruhig und hyperaktiv sind oder sich aggressiv verhalten. Von Bindungsstörungen betroffene Säuglinge und Kleinkinder haben einen massiv belasteten Start ins Leben, ihre Betreuung bedarf neben Kompetenz viel Energie und Durchhaltevermögen, aber auch Unterstützung bzw. Supervision. Eine mögliche Kindeswohlgefährdung muss erwogen werden und bei Bedarf müssen entsprechende Jugendhilfemaßnahmen eingeleitet werden. Allein von der Bindungsqualität kann kein Störungsmuster bzw. Krankheitswert abgeleitet werden.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Medizinische Einrichtungen des Bezirks OberpfalzRegensburgDeutschland

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