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Der simulierte Dialog als Steuerungsinstrument für politische Entscheidungen

  • Josef Zelger
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Zusammenfassung

Anhand eines Beispiels wird gezeigt, wie der simulierte Dialog zur Vorbereitung politischer Entscheidungen dienen kann.

Das Problem, das im Beispiel gelöst werden soll, bezieht sich auf den Zweitsprachenunterricht an Südtirols Schulen. Es gibt dazu seit Jahrzehnten kontroverse politische Einstellungen, die von der deutschen, der italienischen und der ladinischen Sprachgruppe in Südtirol vertreten werden. Hier wird die Frage gestellt, wie der Zweitsprachenunterricht gestaltet werden kann, so dass die meisten Südtiroler damit einverstanden sind.

Als empirische Grundlage werden verbale Daten des qualitativen Forschungsprojekts „Identität und Zukunftsperspektiven der Sprachgruppen in Südtirol“ verwendet. Es handelt sich um ein Projekt aus den Jahren 1998–1999, bei dem je 90 Kurzinterviews mit italienischen, ladinischen und deutschsprachigen Südtirolern und 30 Interviews mit Personen aus gemischtsprachigen Familien ausgewertet wurden, also 300 Kurzinterviews insgesamt. Obwohl nicht nach dem Zweitsprachenunterricht gefragt wurde, sondern nach Erfahrungen im Zusammenleben der drei Sprachgruppen, enthalten die Interviews auch Meinungen über das Erlernen der zweiten und/oder dritten Landessprache. Die Interviews sind mit dem qualitativen Verfahren GABEK® ausgewertet worden. Es wurde eine logisch-hierarchische Systematisierung der verbalen Daten erarbeitet, die zu drei „Gestaltenbäumen“ führte. Diese dienen als Grundlage für die Simulation von Gesprächen zwischen den Sprachgruppen. Außerdem stehen Bewertungs- und Kausalkodierungen aller Texte zur Verfügung (die Bewertungskodierung habe ich zu einem späteren Zeitpunkt überarbeitet).

Durch den simulierten Dialog sollte die Frage beantwortet werden, ob nicht schon vor 20 Jahren auf der Grundlage der Befragungsergebnisse der Deutsch- und Italienisch-Unterricht an den Schulen Südtirols im Sinne aller drei Sprachgruppen verbessert werden hätte können.

Es wird gezeigt, wie die Simulation von Gesprächen anhand der gegebenen verbalen Daten von einem Ladiner, einer Italienerin und einer deutschsprachigen Südtirolerin durchgeführt wurde, zu welchen Ergebnissen sie führte und wie auf deren Grundlage erfolgversprechende politische Entscheidungen getroffen werden können.

Literatur

  1. Oberprantacher A, Zelger J (2000) Identität und Zukunftsperspektiven der Sprachgruppen in Südtirol. Projektbericht des Instituts für Philosophie der Universität InnsbruckGoogle Scholar
  2. Zelger J (2000) Parallele und serielle Wissensverarbeitung: Die Simulation von Gesprächen durch GABEK®. In: Buber R, Zelger J (Hrsg) GABEK® II. Zur qualitativen Forschung. On qualitative research. Studienverlag, Innsbruck/Wien/Bozen, S 31–91Google Scholar
  3. Zelger J (2005) Evaluierung des Curriculums für den Deutschunterricht an italienischen Grundschulen in Südtirol. Projektbericht, Universität InnsbruckGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Josef Zelger
    • 1
  1. 1.Universität InnsbruckInnsbruckÖsterreich

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