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Herausforderungen und Chancen der Feldforschung zur Zivilgesellschaft unter den Bedingungen einer lokalen feindseligen Normalitätsverschiebung – Das Beispiel Bautzen

  • Ina SchäferEmail author
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Zusammenfassung

Das Ziel des vorliegenden Beitrags ist es zu erforschen, welche Folgen der zunehmende Einfluss rechter Akteure und die vermehrte Zustimmung zu fremdenfeindlichen Einstellungen, die sich nicht nur in gewalttätigen Eskalationen, sondern aufgrund einer Normalitätsverschiebung im lokalen Kontext auch in alltäglichen Abwertungen und fehlenden Gegenpositionierungen zeigen, auf die Stadtgesellschaft und die Zivilgesellschaft hat. Dabei dienen Annahmen des Konzepts feindseliger Orte (Kurtenbach 2018), basierend auf dem Konzept Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (Heitmeyer 2002) als theoretische Grundlage. Gleichzeitig wird am Beispiel des Steinhaus Bautzen e.V. betrachtet, ob und wie es der Zivilgesellschaft möglich ist, unter diesen Bedingungen für zivile Werte einzustehen und eine lokale demokratische Stadtentwicklung zu fördern. Grundlage sind die Ergebnisse einer 5-wöchigen Feldforschung in Bautzen, bei welcher 32 qualitative Interviews mit zivilgesellschaftlichen Akteuren geführt worden sind. Dieser Beitrag beinhaltet außerdem eine Reflektion der methodischen und persönlichen Herausforderungen der Feldforschung.

Schlüsselwörter

Rechtspopulismus Rechtsextremismus Normalitätsverschiebung Feindselige Orte GMF Zivilgesellschaft demokratische Stadtentwicklung Fluchtmigration Flüchtlingshilfe 

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Authors and Affiliations

  1. 1.Universität KasselKasselDeutschland

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