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Die Soziologie des Geistes: Systematik und Praxis

  • Peter Gostmann
Chapter

Zusammenfassung

Die Ideen scheinen kein gutes Terrain für die soziologische Forschung zu sein. Zwar gelten einige Autoren, die man – teilweise ex post – dem Fach zurechnet (namentlich Ludwik Fleck, Karl Mannheim und Thomas S. Kuhn), als Teil der Patenschaft eines jüngeren „Wandel[s]“ im Feld der Ideengeschichte, für den die „neue[n] Forschungsprogramme“ der Cambridge School of the History of Political Thought Quentin Skinners und John G.A. Pococks sowie die von Reinhard Koselleck begründete begriffsgeschichtliche Schule stehen; zwar lässt sich trefflich für die ideengeschichtlichen Potenziale von Niklas Luhmanns als „Nebenprodukt seiner allgemeinen Theorie sozialer Evolution“ entstandenen „Studien zu Gesellschaftsstruktur und Semantik“ argumentieren. Aber der allgemeinen Tendenz nach scheint doch, wie die Herausgeber der Zeitschrift für Ideengeschichte im Editorial zu deren erstem Heft vermerken, ausgerechnet die Prätention einer „soziologisch[en] [A]uf […] klär[ung]“ der „Geisteswissenschaften“ (neben anderem) für eine bedenkliche Entwicklung verantwortlich zu sein, in deren Ergebnis die Geisteswissenschaften „selbst […] nicht mehr so heißen wollten“, und von der Ideengeschichte neben dem Begriff vielfach bloß ein „Erkenntniswille“ zurückblieb, gegründet auf einer eher diffusen Überzeugung von der „Notwendigkeit, die langen Linien des Ideenverkehrs zu erforschen“, und gefördert dadurch, dass nun einmal Teil der Überlieferung in den akademischen Institutionen eine „profunde Kenntnis des Archivs“ ist. In der Soziologie selbst führt derweil, wie sich dem Editorial zu dem neben der Theorie ausdrücklich auch der Geschichte des Fachs verpflichteten Jahrbuch Zyklos entnehmen lässt, „die Soziologiegeschichte […] eine Randexistenz“, weswegen man, statt ein neues Forschungsprogramm anzuvisieren, vorerst darauf sich beschränkt, die „Relevanz“ von „geschichtlichen[n] Perspektivierungen“ für das „disziplinäre Selbstverständnis“ zu rubrizieren.

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Authors and Affiliations

  • Peter Gostmann
    • 1
  1. 1.Institut für SoziologieGoethe-Universität Frankfurt am MainFrankfurt am MainDeutschland

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