Advertisement

Diagnostik pp 37-61 | Cite as

Lernverlaufsdiagnostik

  • Erwin BreitenbachEmail author
Chapter
Part of the Module Erziehungswissenschaft book series (MOERZ, volume 5)

Zusammenfassung

Die Lernverlaufsdiagnostik ist momentan sowohl in der Praxis als auch in der Wissenschaft in aller Munde und mit vielen Hoffnungen überfrachtet. Es ist angeblich die neue, inklusionsfähige Diagnostik, die Prävention ermöglicht, mit der Unterricht individualisiert gestaltet werden kann und die somit keinen Schüler und keine Schülerin mehr zurücklässt. Zunächst braucht es ein wenig Ordnung in der Vielfalt der verwendeten Bezeichnungen, das Verhältnis zur Förderdiagnostik ist zu klären und Anwendungsbereiche sind zu beschreiben. Auch die gar nicht so einfache Konstruktion von Messinstrumenten, die bestimmten Qualitätsansprüchen genügen müssen, gilt es zu betrachten genauso wie die Auswirkungen auf schulisches Lernen. Daran anschließend ist eine fundierte Auseinandersetzung mit konkreten Messinstrumenten für die einzelnen Lernbereiche Lesen, Rechtschreiben, Rechnen und Verhalten sowie ein Blick auf die derzeitige unterrichtliche Praxis möglich. Der Lernverlaufsdiagnostik in ihrer inneren Logik und ihrer Verwendung in der Praxis verwandt sind die Screening-Verfahren. Statt einzelner Lernprozesse begleiten und überwachen sie Entwicklungsverläufe.

Literatur

  1. Bäuerlein, K., N. Frank, und W. Schneider. 2014. Fähigkeitsindikatoren Primarschule (FIPS) – Überprüfung des Lernerfolgs in der ersten Klasse. In Lernverlaufsdiagnostik, (Tests und Trends, Bd. 12), Hrsg. M. Hasselhorn, W. Schneider, und U. Trautwein, 127–144. Göttingen: Hogrefe.Google Scholar
  2. Breitenbach, E. 2012a. Intensivförderung von lese-rechtschreibschwachen Kindern in der Grundschule. Empirische Sonderpädagogik 4:167–182.Google Scholar
  3. Breitenbach, E. 2012b. Grundlagen der Förderdiagnostik. In Deutschunterricht in Theorie und Praxis. Band 1: Deutsche Sprache in Kindergarten und Vorschule, Hrsg. H. Günther und W. R. Bindel, 96–129. Baltmannsweiler: Schneider Hohengeren.Google Scholar
  4. Breitenbach, E. und K. Weiland. 2010. Förderung bei Lese-Rechtschreibschwäche. Stuttgart: Koohlhammer.Google Scholar
  5. Casale, G., M. Grosche, R.J. Volpe, und T. Hennemann. 2017. Zuverlässigkeit von Verhaltensverlaufsdiagnostik über Rater und Messzeitpunkte bei Schülern mit externalisierenden Verhaltensproblemen. Empirische Sonderpädagogik 2:143–164.Google Scholar
  6. Casale, G., T. Hennemann, C. Huber, und M. Grosche. 2015a. Testgütekriterien der Verlaufsdiagnostik von Schülerverhalten im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung. Heilpädagogische Forschung 41:37–54.Google Scholar
  7. Casale, G., T. Hennemann, und M. Grosche. 2015b. Zum Beitrag der Verlaufsdiagnostik für evidenzbasierte sonderpädagogische Praxis am Beispiel des Förderschwerpunktes der emotionalen und sozialen Entwicklung. Empirische Sonderpädagogik 66:325–334.Google Scholar
  8. Casale, G., T. Hennemann, R.J. Volpe, A.M. Briesch, und M. Grosche. 2015c. Generalisierbarkeit und Zuverlässigkeit von Direkten Verhaltensbeurteilungen des Lern- und Arbeitsverhaltens in einer inklusiven Grundschulklasse. Empirische Sonderpädagogik 7:258–268.Google Scholar
  9. Diehl, K., und B. Hartke. 2011. Zur Reliabilität und Validität des formativen Bewertungssystems IEL-1: Inventar zur Erfassung der Lesekompetenz von Erstklässlern. Empirische Sonderpädagogik 3:121–146.Google Scholar
  10. Fischer, U., S. Roesch, und K. Moeller. 2017. Diagnostik und Förderung bei Rechenschwäche. Lernen und Lernstörungen 6:25–38.CrossRefGoogle Scholar
  11. Gebhardt, M., J. Heine, N. Zeuch, und N. Förster. 2015. Lernverlaufsdiagnostik im Mathematikunterricht der zweiten Klasse: Raschanalysen und Empfehlungen zur Adaptation eines Testverfahrens für den Einsatz in inklusiven Klassen. Empirische Sonderpädagogik 7:206–222.Google Scholar
  12. Hippmann, K., S. Jambor-Fahlen, und M. Becker-Mrotzek. 2016. Lesen macht stark. Ein Diagnose- und Förderinstrument für die Grundschule. Lernen und Lernstörungen 5:58–68.CrossRefGoogle Scholar
  13. Huber, C., und M. Grosche. 2012. Das response-to-intervention-Modell als Grundlage für einen inklusiven Paradigmenwechsel. Zeitschrift für Heilpädagogik 8:312–322.Google Scholar
  14. Huber, C., und C. Rietz. 2015. Direct Behavior Rating (DBR) als Methode zur Verhaltensverlaufsdiagnostik in der Schule: Ein systematisches Review von Methodenstudien. Empirische Sonderpädagogik 7:75–98.Google Scholar
  15. Jungjohann, J., A. Gegenfurtner, und M. Gebhardt. 2018. Systematisches Review von Lernverlaufsmessung im Bereich der frühen Leseflüssigkeit. Empirische Sonderpädagogik 10:100–118.Google Scholar
  16. Kany, W., und H. Schöler. 2009. Diagnostik schulischer Lern- und Leistungsschwierigkeiten. Stuttgart: Kohlhammer.Google Scholar
  17. Klauer, K.J. 2006. Erfassung des Lernfortschritts durch curriculumbasiertes Messen. Heilpädagogische Forschung 32:16–26.Google Scholar
  18. Klauer, J. 2014. Formative Leistungsdiagnostik: Historischer Hintergrund und Weiterentwicklung zur Lernverlaufsdiagnostik. In Lernverlaufsdiagnostik (Tests und Trends, Bd. 12), Hrsg. M. Hasselhorn, W. Schneider, und U. Trautwein, 1–17, Göttingen: Hogrefe.Google Scholar
  19. Knopp, E. 2010. Curriculum-based measurement – Eine Möglichkeit zur Prävention von Schwierigkeiten im Anfangsunterricht Mathematik? Sonderpädagogische Förderung heute 55:61–82.Google Scholar
  20. Landerl, K., S. Vogel, und L. Kaufmann. 2017. Dyskalkulie: Modelle, Diagnostik, Intervention, 3. Aufl. München: Ernst Reinhardt.Google Scholar
  21. Limbach-Reich, A. 2015. „Response to Intervention“ (RTI) im Spannungsfeld Inklusiver Diagnostik. In Handbuch Inklusive Diagnostik, Hrsg. H. Schäfer und C. Rittmeyer, 478–495. Weinheim: Beltz.Google Scholar
  22. Maier, U. 2014. Formative Leistungsdiagnostik in der Sekundarstufe – Grundlegende Fragen, domänenspezifische Verfahren und empirische Befunde. In Lernverlaufsdiagnostik (Tests und Trends, Bd. 12), Hrsg. M. Hasselhorn, W. Schneider, und U. Trautwein, 19–39. Göttingen: Hogrefe.Google Scholar
  23. Maier, U. 2017. Verlaufsdiagnostik und Förderung im Lernbereich Sprachbetrachtung in der Sekundarstufe I mit Moodle. Empirische Sonderpädagogik 2:68–115.Google Scholar
  24. Marx, P., und W. Lenhard. 2010. Diagnostische Merkmale von Screeningverfahren. In Frühprognose schulischer Kompetenzen, Hrsg. M. Hasselhorn und W. Schneider, 68–84. Göttingen: Hogrefe.Google Scholar
  25. Meyer, M., und C. Jansen. 2016b. Partizipation und Diagnostik. In Partizipation und Diagnostik, Hrsg. M. Meyer und C. Jansen, 203–213. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.Google Scholar
  26. Quaiser-Pohl, C., und H. Rindermann. 2010. Entwicklungsdiagnostik. München: Ernst Reinhardt.Google Scholar
  27. Rensing, J., C. Käter, T. Käter, und C. Hillenbrand. 2016. Konstruktion und Überprüfung eines curriculumbasierten Testverfahrens im Fach Mathematik für die vierte Klasse. Empirische Sonderpädagogik 4:346–366.Google Scholar
  28. Rödler, P. 2016. RTI – ein Konzept der Enkulturierung von Lernen. In Diagnostik im Kontext inklusiver Bildung. Theorien, Ambivalenzen, Akteure, Konzepte, Hrsg. B. Amrhein, 232–242. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.Google Scholar
  29. Souvignier, E., N. Förster, und M. Salaschek. 2014. Quop: Ein Ansatz internetbasierter Lernverlaufsdiagnostik mit Testkonzepten zu Lesen und Mathematik. In Lernverlaufsdiagnostik (Tests und Trends, Bd. 12), Hrsg. M. Hasselhorn, W. Schneider, und U. Trautwein, 239–256. Göttingen: Hogrefe.Google Scholar
  30. Souvignier, E., N. Förster, und E. Kawohl. 2016. Implementation eines Förderkonzeptes zur diagnosebasierten individuellen Leseförderung in der Grundschule. In Implementation von Lesefördermaßnahmen Perspektiven auf Gelingensbedingungen und Hindernisse, Hrsg. M. Phillip und E. Souvignier, 77–98. Münster: Waxmann.Google Scholar
  31. Strathmann, A.M., K.J. Klauer, und M. Greisbach. 2010. Lernverlaufsdiagnostik – Dargestellt am Beispiel der Entwicklung der Rechtschreibkompetenz in der Grundschule. Empirische Sonderpädagogik 1:64–77.Google Scholar
  32. Voß, S., S. Sikora, und K. Mahlau. 2017. Vorschlag zur Konzeption eines curriculumbasierten Messverfahrens zur Erfassung der Rechtschreibleistungen im Grundschulbereich. Empirische Sonderpädagogik 2:184–194.Google Scholar
  33. Walter, J. 2010a. Lernfortschrittsdiagnostik Lesen (LDL) Ein curriculumbasiertes Verfahren. Göttingen: Hogrefe.Google Scholar
  34. Walter, J. 2010b. Lernfortschrittsdiagnostik am Beispiel der Lesekompetenz (LDL): Messtechnische Grundlagen sowie Befunde über zu erwartende Zuwachsraten während der Grundschulzeit. Heilpädagogische Forschung 36:162–176.Google Scholar
  35. Walter, J. 2011. Die Messung der Entwicklung der Lesekompetenz im Dienste der systematischen formativen Evaluation von Lehr- und Lernprozessen. Zeitschrift für Heilpädagogik 62:204–217.Google Scholar
  36. Walter, J. 2014. Lernfortschrittsdiagnostik Lesen (LDL) und Verlaufsdiagnostik sinnerfassendes Lesen (VSL): Zwei Verfahren als Instrumente einer formativ orientierten Lesediagnostik. In Lernverlaufsdiagnostik (Tests und Trends, Bd. 12), Hrsg. M. Hasselhorn, W. Schneider, und U. Trautwein, 165–201. Göttingen: Hogrefe.Google Scholar
  37. Walter, J. 2016. Lassen sich mit Hilfe des Screening-Verfahrens ZAREKI-K am Anfang der Grundschulzeit valide prognostisch-klassifikatorische Aussagen bezüglich einer späteren Rechenschwäche machen? Heilpädagogische Forschung 42:125–141.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2020

Authors and Affiliations

  1. 1.Humboldt Universität zu BerlinBerlinDeutschland

Personalised recommendations