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Diskussion

  • Franziska EndreßEmail author
Chapter
Part of the Theorie und Empirie Lebenslangen Lernens book series (TELLL)

Zusammenfassung

Das Rätsel der Sphinx charakterisiert den Menschen als das Wesen, das erst vierbeinig, dann zweibeinig und dann dreibeinig wird, und meint damit die Dreiteilung des menschlichen Lebens in die drei Lebensphasen ‚Kindheit‘, ‚Erwachsenenalter‘ und ‚Greisenalter‘. In der in Kapitel 5 beschriebenen Verbildlichung des Rätsels bei Franz von Stuck sind Bilder des auf allen Vieren krabbelnden Kleinkindes, des aufrecht gehenden Mannes und des sich auf einen Stock stützenden gekrümmten Greises entlang eines Bogens angeordnet, den die Sonne im Verlauf eines Tages am Himmel beschreibt, die Lebensalter sind damit den drei Tageszeiten Morgen, Mittag und Abend zugeordnet, und auch ein Element der Planetenanalogie klingt an – der Kopf des Mannes in der Mitte des Kreisbogens trifft genau auf die dort im Zenit stehende Sonnenscheibe und wird auf diese Weise direkt mit dieser verbunden. Das Motiv, von Stuck nur umrisshaft gezeichnet, unter der monumentalen Figur der in der oberen Bildhälfte thronenden Sphinx, enthält eine Dimension von Auf- und Abstieg, die hier einerseits mit dem täglichen Weg der Sonne am Himmel verbunden ist, andererseits mit dem Prozess des körperlichen Alterns, der nach der Geburt zuerst im Aufrichten und Heranwachsen zum Ausdruck kommt und sich zum Lebensende hin in einer zunehmenden Gebrechlichkeit bemerkbar macht, in Stucks Bild in einer stark überzeichneten Krümmung des Oberkörpers des sich auf einen langen Stock stützenden Greises.

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Authors and Affiliations

  1. 1.MünchenDeutschland

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