Advertisement

Digitalisierung der Wirtschafts- und Arbeitswelt

  • Astrid LangeEmail author
  • Athanassios Pitsoulis
Chapter

Zusammenfassung

Die Digitalisierung als globaler Megatrend hat weitreichende, langfristige Effekte sowohl für Unternehmen als auch für aktuelle und zukünftige Beschäftigte. Aktuell befinden wir uns in Deutschland in einer richtungsweisenden Phase, in der sich entscheidet, welche Konsequenzen für die Arbeitswelt erwachsen. In unserem Beitrag werden die laut aktuellem Erkenntnisstand erwarteten Effekte für die Arbeitswelt zusammenfassend vorgestellt. So wird beispielsweise diskutiert, wie sich Beschäftigungsformen, Arbeitstätigkeiten und Qualifikationsanforderungen verändern werden. Anschließend wird herausgearbeitet, welche Bedeutung diese digitalisierungs-getriebenen Veränderungen der Arbeitswelt für das Bildungssystem im Allgemeinen und die schulische Berufsorientierung im Speziellen haben. Wir argumentieren, dass eine Anpassung der Inhalte schulischer Berufsorientierung erfolgen muss und die Digitalisierung selbst Lerngegenstand im Wirtschaftsunterricht sein sollte, da sie alle wirtschaftlichen Handlungsfelder durchdringt. Darüber hinaus muss sich das Bildungssystem daran messen lassen, wie gut es sich auf die veränderten Kompetenzanforderungen aus der Arbeitswelt einstellen kann. Hierbei sind digital literacy und Medienkompetenzen vielfach betonte Kompetenzen, die im (Wirtschafts-) Unterricht befördert werden sollen. Welche didaktisch-methodischen Möglichkeiten der unterrichtlichen Umsetzung existieren, wird abschließend exemplarisch illustriert.

Schlüsselwörter

Digitalisierung Wirtschaftsunterricht Berufsorientierung Medienkompetenzen Digital literacy Wandlungsprozesse 

Literatur

  1. Arntz, M., Gregory, T., & Zierahn, U. (2016). The risk of automation for jobs in OECD countries: A comparative analysis (OECD Social, Employment, and Migration Working Papers 189).  https://doi.org/10.1787/5jlz9h56dvq7-en. Zugegriffen: 21. Mai 2019.
  2. Arntz, M., Gregory, T., & Zierahn, U. (2018). Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit: Makroökonomische Auswirkungen auf Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Löhne von morgen (Gutachten, BMBF-gefördertes Projekt). https://www.zew.de/forschung/digitalisierung-und-zukunft-der-arbeit-makrooekonomische-auswirkungen-auf-beschaeftigung-arbeitslosigkeit-und-loehne-von-morgen/. Zugegriffen: 21. Mai 2019.
  3. Beinke, L. (2011). Zentrale Gegenstandsbereiche einer berufsorientierten Didaktik: Rückblick und Perspektive. Hohengehren: Schneider.Google Scholar
  4. Bertenrath, R., Bayer, L., Fritsch, M., Placke, B., Schmitz, E., & Schützdeller, P. (2018). Digitalisierung in Bildungseinrichtungen: Eine Vermessung des Digitalisierungsstands von Bildungseinrichtungen in Deutschland (Studie der IW Consult). https://www.iwconsult.de/fileadmin/user_upload/publikationen/digitalisierungsatlas/Digitalisierung_in_Bildungseinrichtungen.pdf. Zugegriffen: 23. Mai 2019.
  5. Bonz, B. (2017). Die Berufs- und Wirtschaftspädagogik und die Weiterentwicklung der Berufsbildung – zugleich eine Einführung. In B. Bonz, H. Schanz, & J. Seifried (Hrsg.), Berufsbildung von neuen Herausforderungen: Wandel von Arbeit und Wirtschaft (S. 1–14). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.Google Scholar
  6. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). (2014). Monitoring-Report Digitale Wirtschaft 2014: Innovationstreiber IKT (Broschüre). Berlin: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.Google Scholar
  7. Demary, V., Engels, B., Röhl, K.-H., & Rusche, C. (2016). Digitalisierung und Mittelstand: Eine Metastudie (IW-Analysen Nr. 109). http://hdl.handle.net/10419/157156. Zugegriffen: 23. Mai 2019.
  8. European Commission. (2015). A Digital Single Market Strategy for Europe – Analysis and Evidence (Commission Staff Working Document/ Communication from the Commission to the European Parliament, the Council, the European Economic and Social Committee and the Committee of the Regions COM(2015) 192 final). Brussels, B: European Commission.Google Scholar
  9. Famulla, G.-E. (2008). Berufsorientierte Bildung. In R. Hedtke & B. Weber (Hrsg.), Wörterbuch Ökonomische Bildung (S. 65–67). Schwalbach/Ts: Wochenschau.Google Scholar
  10. Institut für Demoskopie Allensbach. (2014). Die Zukunft der digitalen Gesellschaft: Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage (Studie des IfD Allensbach). Allensbach: IfD Allensbach.Google Scholar
  11. Jung, E. (2013). Studien- und Berufsorientierung in der Sekundarstufe II. In T. Retzmann (Hrsg.), Ökonomische Allgemeinbildung in der Sekundarstufe II: Konzepte, Analysen und empirische Befunde (S. 155–168). Schwalbach/Ts.: Wochenschau-Verlag.Google Scholar
  12. Kaminski, H. (2017). Fachdidaktik der ökonomischen Bildung. Paderborn: Ferdinand Schöningh.Google Scholar
  13. Kreibich, R. (2009). Zukunftsforschung zur Nachhaltigkeit – Forschungsfelder, Forschungsförderung, Forschungspolitik (IZT ArbeitsBericht 34). https://www.izt.de/fileadmin/downloads/pdf/IZT_AB34.pdf. Zugegriffen: 23. Mai 2019.
  14. Kultusministerium, Niedersächsisches. (2013). Kerncurriculum für die Oberschule Schuljahrgänge 7–10: Wirtschaft (Elektronisches Dokument). Hannover: Niedersächsisches Kultusministerium.Google Scholar
  15. Kutscha, G. (2017). Berufsbildungstheorie auf dem Weg von der Hochindustrialisierung zum Zeitalter der Digitalisierung. In B. Bonz, H. Schanz, & J. Seifried (Hrsg.), Berufsbildung von neuen Herausforderungen: Wandel von Arbeit und Wirtschaft (S. 17–47). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.Google Scholar
  16. Lippold, D. (2017). Marktorientierte Unternehmensführung und Digitalisierung: Management im digitalen Wandel. Berlin: De Gruyter.CrossRefGoogle Scholar
  17. May, H. (2010). Didaktik der ökonomischen Bildung, 8 (Aufl Aufl.). München: Oldenbourg.CrossRefGoogle Scholar
  18. Niedersächsisches Kultusministerium. (2017). Berufs- und Studienorientierung (Musterkonzept mit Handreichungen). http://db2.nibis.de/1db/cuvo/ausgabe. Zugegriffen: 21.Mai 2019.
  19. Niedersächsisches Kultusministerium. (2018). Kerncurriculum für das Gymnasium – gymnasiale Oberstufe, die Gesamtschule – gymnasiale Oberstufe, das Abendgymnasium, das Kolleg: Politik – Wirtschaft (Elektronisches Dokument). http://www.cuvo.nibis.de. Zugegriffen: 21. Mai 2019.
  20. Piasna, A., & Drahokoupil, J. (2017). Gender inequalities in the new world of work. Transfer, 23(3), 313–332.  https://doi.org/10.1177/1024258917713839.CrossRefGoogle Scholar
  21. Presse- und Informationsstelle der Niedersächsischen Landesregierung (2016). Medienkompetenz in Niedersachsen: Ziellinie 2020 (Online-Broschüre, Publikation der Landesregierung). https://www.medienkompetenz-niedersachsen.de/fileadmin/bilder/allg/Konzept_Medienkompetenz_Niedersachsen_2016_06_24_.pdf. Zugegriffen: 23. Mai 2019.
  22. Promotorengruppe Kommunikation der Forschungsunion Wirtschaft – Wissenschaft. (2013). Deutschlands Zukunft als Produktionsstandort sichern: Umsetzungsempfehlungen für das Zukunftsprojekt Industrie 4.0 (Abschlussbericht des Arbeitskreises Industrie 4.0). Frankfurt a. M.: Forschungsunion Wirtschaft – Wissenschaft & acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e. V.Google Scholar
  23. Schmidt, J., & Drews, P. (2016). Auswirkungen der Digitalisierung auf die Geschäftsmodelle der Finanzindustrie: Eine strukturierte Literaturanalyse auf der Grundlage des Business Model Canvas. In V. Nissen, D. Stelzer, S. Straßburger, & D. Fischer (Hrsg.), Multikonferenz Wirtschaftsinformatik (MKWI) 2016 (Vol. II, S. 967–978). Ilmenau: Universtitätsverlag Ilmenau.Google Scholar
  24. Schröder, R. (2014a). Theoretische Fundierung dieser Handreichung. In R. Schröder, E. Lundqvist, V. Büschgens, I. Warns, A. Termath, & W. Kähler (Hrsg.), Berufs- und Studienorientierung in Niedersachsen 2014: Strukturen – Konzepte – Partner – Hilfen (S. 18). Oldenburg: Institut für Ökonomische Bildung.Google Scholar
  25. Schröder, R. (2014b). Zusammenfassung: Herausforderungen an die Akteure in der Bildungspraxis. In R. Schröder, E. Lundqvist, V. Büschgens, I. Warns, A. Termath, & W. Kähler (Hrsg.), Berufs- und Studienorientierung in Niedersachsen 2014: Strukturen – Konzepte – Partner – Hilfen. Institut für Ökonomische Bildung: Oldenburg.Google Scholar
  26. Süss, D., Lampert, C., & Trültzsch-Wijnen, C. W. (2018). Medienkompetenz: Bildungsaufgabe und Zielkategorie. In D. Süss, C. Lampert & C. W. Wijnen (Hrsg.), Medienpädagogik: Ein Studienbuch zur Einführung (S. 109–134). Wiesbaden: Springer Fachmedien.  https://doi.org/10.1007/978-3-658-19824-4_5.
  27. Valenduc, G., & Vendramin, P. (2017). Digitalisation, between disruption and evolution. Transfer: European Review of Labour and Research, 23(2), 121–134.Google Scholar
  28. Wischmann, S., Wangler, L., & Botthof, A. (2015). Industrie 4.0: Volks- und betriebswirtschaftliche Faktoren für den Standort Deutschland (Begleitforschung zum Technologieprogramm AUTONOMIK für Industrie 4.0, iit-Berlin). www.bmwi.de. Berlin: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).
  29. Zinn, B. (2017). Digitalisierung der Arbeit – Kompetenzerwartungen des Beschäftigungssystems und didaktische Implikationen. In B. Bonz, H. Schanz, & J. Seifried (Hrsg.), Berufsbildung von neuen Herausforderungen: Wandel von Arbeit und Wirtschaft (S. 163–176). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität HildesheimHildesheimDeutschland

Personalised recommendations