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Erste Symptome des Organizational Burnout

  • Gustav GreveEmail author
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Zusammenfassung

Für das OBO gibt es keine eindeutigen Frühwarnindikatoren. Weder kann man aus der Bilanz noch aus der G + V oder aus dem Cashflow oder gar aus der Liquiditätslage lesen, wie es um die kulturelle und systemische Widerstandskraft bestellt ist, noch geben die Kennzahlen der Finanz- oder Leistungswirtschaft Auskunft über die interne Energiestabilität einer Organisation. Das Tückische der ersten Symptome des OBO ist, dass sie noch von bisherigen Erfolgen überdeckt werden und allenfalls unbewusst wahrzunehmen sind. Was geschieht aber in den Unternehmen, wenn sich die negativen Ereignisse häufen, man aber nicht auf die Ursache des OBO kommt?

Die Shareholder sind dann überzeugt: „Das Management ist schuld!“ Der Aufsichtsrat vermutet dann beispielsweise ungenügende Marktanpassung, falsche oder unterlassene Investitionen, fehlende Innovationen, ungeschickte Finanzierung oder unterlassene Währungsabsicherung, oder vielleicht gar verschlafene Globalisierung. Das Management ist sich dagegen sicher: „Die Mitarbeiter ziehen nicht mit.“ Die Schuldfrage ist dann schnell beantwortet. Motivationsmangel, informelle Vollzugsverweigerung, Unfähig- und Unwilligkeit, ja selbst unzeitgemäße Kündigungen der Mitarbeiter werden beklagt und das Management zieht seine Konsequenzen daraus. Und die Mitarbeiter? Wie gehen sie mit den sich verstärkenden Symptomen des Organizational Burnout um? Die Mitarbeiter beklagen eklatantes Organisationsversagen, wiederholte Führungsfehler, unverständliche Fehlbesetzungen und vor allem Entscheidungsschwächen auf allen Führungsebenen. Dabei wird aus der Sicht der Mitarbeiter das allgemeine Führungsversagen von einem zuverlässigen Kommunikationsmangel begleitet.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.BerlinDeutschland

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