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In der Odenwaldschule zum Opfer werden

  • Heiner KeuppEmail author
  • Peter Mosser
  • Bettina Busch
  • Gerhard Hackenschmied
  • Florian Straus
Chapter
Part of the Sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend: Forschung als Beitrag zur Aufarbeitung book series (SEGEKIJU)

Zusammenfassung

Es kann – genau genommen – für Kinder keine Sozialisationsbedingungen geben, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie in einem Internat Opfer sexualisierter Gewalt durch Pädagog*innen werden. Das Risiko ist nicht etwas, was das Kind aus seiner Familie oder anderen denkbaren Sozialisationsmilieus mitbringt. Das Risiko wird von Lehrer*innen und Erzieher*innen produziert, die nicht davor zurückschrecken, die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu misshandeln, sexuell auszubeuten und zu vernachlässigen (Keupp et al., 2017a). Diese Bemerkungen sind wichtig, weil immer wieder der Mythos der Opferpersönlichkeit (und im Gegensatz dazu die Rede vom „starken Kind“) kursiert, der das Problem der sexualisierten Gewalt individualisiert. Vulnerabilitäten und Risiken beziehen sich nicht auf die Frage, ob bestimmte Kinder und Jugendliche mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit sexualisierte Gewalt erleben, sondern darauf, wie sie mit solchen Erfahrungen umgehen und welche Ressourcen ihnen zur Bewältigung zur Verfügung stehen. „Risikobiografien“ entwickeln sich nicht deshalb, weil Kinder so sind wie sie sind, sondern weil sie Erwachsenen ausgesetzt sind, die ihnen keine zuverlässigen und schützenden Beziehungen und Bindungen anzubieten haben, sie Gefahren aussetzen oder sie selbst aktiv gefährden (Tschan, 2005).

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© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Heiner Keupp
    • 1
    Email author
  • Peter Mosser
    • 2
  • Bettina Busch
    • 2
  • Gerhard Hackenschmied
    • 2
  • Florian Straus
    • 2
  1. 1.UnterschleißheimDeutschland
  2. 2.MünchenDeutschland

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