Advertisement

Die Bedeutung der „Elemente des Antisemitismus“ für die Dialektik der Aufklärung

  • Helmut KönigEmail author
Chapter

Zusammenfassung

Die ‚Elemente des Antisemitismus‘ sind das fünfte und vorletzte Kapitel der Dialektik der Aufklärung. Das Kapitel ist ein Schlüsseltext der Kritischen Theorie. Erstens nimmt es im Buch eine herausragende Stellung ein: Der Antisemitismus ist der zentrale Wahn des Nationalsozialismus, und die Dialektik der Aufklärung will verstehen, „warum die Menschheit, anstatt in einen wahrhaften menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt“. Zweitens markieren die ‚Elemente‘ die Zäsur, die die frühe Kritische Theorie der 1930er Jahre von ihrer späteren Gestalt trennt: Das ist die Entwicklung von den Annahmen des Historischen Materialismus und der ihm entsprechenden Ideologiekritik zur genealogischen Kritik, die nicht auf Marx zurückgeht, sondern auf Nietzsche und Freud. Der Beitrag konzentriert sich darauf, im ersten Schritt die Stellung und Bedeutung der ‚Elemente‘ für die Dialektik der Aufklärung und die Entwicklungsgeschichte der Kritischen Theorie herauszuarbeiten und im zweiten Schritt unter dem Stichwort „Negative Ideologiekritik“ auf die theoretischen Aporien hinzuweisen, die damit verbunden sind.

Schlüsselwörter

Antisemitismus Kritische Theorie Marx Nietzsche Freud Ideologiekritik Genealogische Kritik Geschichtsphilosophie 

Literatur

  1. Adorno, Theodor W. [1951] 1970. Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  2. Adorno, Theodor W./Max Horkheimer 2004. Briefwechsel 1938-1944. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  3. Horkheimer, Max [1937] 1988. Traditionelle und kritische Theorie. In: Gesammelte Schriften Bd. 4, Hrsg. Alfred Schmidt. Frankfurt a. M.: Fischer.Google Scholar
  4. Horkheimer, Max [1939] 1988. Die Juden und Europa. In: Gesammelte Schriften Bd. 4, Hrsg. Alfred Schmidt. Frankfurt a. M.: Fischer.Google Scholar
  5. Horkheimer, Max [1944] 1987. Antisemitismus: Der soziologische Hintergrund des psychoanalytischen Forschungsansatzes. In: Gesammelte Schriften Bd. 5, Hrsg. Gunzelin Schmid Noerr. Frankfurt a. M.: Fischer.Google Scholar
  6. Horkheimer, Max/Theodor W. Adorno [1947] 1987. Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. In: Max Horkheimer: Gesammelte Schriften Bd. 5, Hrsg. Gunzelin Schmid Noerr. Frankfurt a. M.: Fischer. (Abk.: DdA)Google Scholar
  7. Horkheimer, Max/Theodor W. Adorno [1959] 1986. Vorwort. In: Paul W. Massing, Vorgeschichte des politischen Antisemitismus. Frankfurt a. M.: Europäische Verlags-Anstalt.Google Scholar
  8. König, Helmut 1992. Zivilisation und Leidenschaften. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.Google Scholar
  9. König, Helmut 2011. Historischer Materialismus und Antisemitismus. Ideologiekritik bei Marx, Adorno/Horkheimer und Kurt Lenk. In: Kritik und Leidenschaft. Vom Umgang mit politischen Ideen. Hrsg. Henrique Ricardo Otten/Manfred Sicking. Bielefeld: transcript.CrossRefGoogle Scholar
  10. König, Helmut 2016. Elemente des Antisemitismus. Kommentare und Interpretationen zu einem Kapitel der Dialektik der Aufklärung von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno. Weilerswist: Velbrück.Google Scholar
  11. Nietzsche, Friedrich [1887] 1972. Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift. In: Werke II. Hrsg. Karl Schlechta. Frankfurt a. M./Berlin/Wien: Ullstein.Google Scholar
  12. Wiggershaus, Rolf 1986. Die Frankfurter Schule. Geschichte, theoretische Entwicklung, politische Bedeutung. München: Hanser.Google Scholar
  13. Ziege, Eva-Maria 2009. Antisemitismus und Gesellschaftstheorie. Die Frankfurter Schule im amerikanischen Exil. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.BerlinDeutschland

Personalised recommendations