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Von Theatral bis Retro – Inszenierung von Männlichkeit(en) in den Szenen Visual Kei und Rockabilly

  • Julia WustmannEmail author
  • Babette Kirchner
  • Michael Meuser
Chapter
Part of the Geschlecht und Gesellschaft book series (GUG, volume 69)

Zusammenfassung

Die Geschlechterforschung interessiert sich für Szenen – eine typische Form posttraditionaler Vergemeinschaftung – als Orte der Verhandlung von Männlichkeits- und Weiblichkeitsmustern. Der Blick ist sowohl auf die Reproduktion gegebener Geschlechterarrangements und -ordnungen als auch auf Modifikationen und Überschreitungen von Geschlechtergrenzen gerichtet. Vor diesem Hintergrund werden erste Ergebnisse aus einem laufenden Forschungsprojekt zu (Neu-)Verhandlungen von Geschlechterarrangements in Szenen vorgestellt. Zwei im Kontext von populärer Kultur und Musik angesiedelte Szenen werden fallvergleichend betrachtet: Visual Kei und Rockabilly. Sie stehen exemplarisch für unterschiedliche Formen des Ausprobierens von Geschlechtermustern und -arrangements: Re-Traditionalität (Rockabilly) versus Auflösung tradierter Geschlechtszuschreibungen und Geschlechtergrenzen (Visual Kei). Der Szene-Kontext erlaubt in beiden Fällen ein Spielen mit Identitätsmustern, das außerhalb der Szene weniger einfach, wenn überhaupt, möglich ist.

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Authors and Affiliations

  • Julia Wustmann
    • 1
    Email author
  • Babette Kirchner
    • 1
  • Michael Meuser
    • 1
  1. 1.Technische Universität DortmundDortmundDeutschland

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