Beherrschbarkeit von Systemen

  • Uwe Beyer
  • Kilian Nickel
  • Felix Hasenbeck
  • Alexander Zimmermann
Chapter

Zusammenfassung

Die Überlegungen der vorhergehenden Kapitel führen zu dem Schluss, das \(N\)- und \(S\)-Systemmodelle für den Menschen de facto nicht verständlich sind. Sie bilden somit keine valide Grundlage für die rationale Ableitung von nachvollziehbaren Entscheidungen oder ein sicheres Management.

Man kann dies noch strenger formulieren: Falls für ein Reales System kein \(E\)-Systemmodell gefunden werden kann, dann besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Reale System durch einen Menschen nicht mehr sicher kontrolliert und weiterentwickelt werden kann.

In manchen Fällen können in \(\mathit{NES}\)-Systemen automatische Analyseverfahren eingesetzt werden, die die Komplexitätsgrenzen von 7 weiter verschieben und somit auch Effekte größerer Zusammenhänge sicher vorhersagen. Man muss sich jedoch vor Augen führen, dass diesen Verfahren durch die Auswirkungen der temporalen Unschärfe, kombinatorischen Explosion und unbekannten Einzeleffekte berechnungstheoretisch unüberwindbare Grenzen gesetzt sind. Diese Grenzen greifen häufig schon bei vergleichsweise kleinen Systemmodellen, d. h. der Einsatz solcher Verfahren erweitert den Horizont der Beherrschbarkeit nur wenig. Automatisch erzeugte Entscheidungen sind für Menschen nicht mehr verständlich und werden häufig nicht akzeptiert.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Uwe Beyer
    • 1
  • Kilian Nickel
    • 1
  • Felix Hasenbeck
    • 1
  • Alexander Zimmermann
    • 1
  1. 1.Fraunhofer IAISSankt AugustinDeutschland

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