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Von der Verteilung der Ressourcen

  • Martin PätzoldEmail author
  • Volker Tolkmitt
Chapter

Zusammenfassung

Die Ressourcenverteilung ist in jeder Gesellschaft eine wesentliche Frage und Verteilungskämpfe gehören zur gesellschaftlichen Tagesordnung. Glücklicherweise haben wir uns in der Sozialen Marktwirtschaft darauf verständigt, die Verteilung nicht über das Recht des Stärkeren mit der Keule zu klären. Selbst in den hoch entwickelten Kulturen der Antike wurden Meinungsunterschiede bezüglich der Ressourcenverteilung immer wieder mit Gewalt ausgetragen. Selten wurden dabei die Ansprüche auf Umverteilung als „schlagender“ Grund vorgetragen. Üblicherweise wurde offiziell um höhere Motive gerungen. Wissenschaftlich geht es um das Prinzip der Verteilung, das in einer Gesellschaft vereinbart und konsensfähig ist. In einer Marktwirtschaft werden die Ressourcen nach dem Leistungsprinzip verteilt. Die Verteilungsgerechtigkeit nach der Leistung ist nur dann herstellbar, wenn der Marktmechanismus störungsfrei funktioniert. Das bedeutet insbesondere, dass es Chancengleichheit gibt und dass niemand Marktmacht ausüben kann. Da dies selbst mit einem funktionierenden marktwirtschaftlichen Ordnungsrahmen nicht immer gegeben sein kann, muss der Staat schon aufgrund von Marktmacht und fehlender Chancengleichheit in den Verteilungsmechanismus eingreifen. Darüber hinaus ist der Verteilungsmaßstab „Leistung“ infrage zu stellen, denn er erzeugt auch in perfekten Marktwirtschaften eine Benachteiligung von weniger Leistungsfähigen. Der Ausschluss der nicht Leistungswilligen wäre mit dem Prinzip vereinbar und beabsichtigt. Eine humanitäre Gesellschaft erhebt für sich aber den Anspruch, auch den Leistungsunwilligen eine Mindestsicherung zukommen zu lassen.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Fakultät WirtschaftsingenieurwesenHochschule MittweidaMittweidaDeutschland

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