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Institutionalisierte Offenheit – Offene Kinder- und Jugendarbeit als pädagogische Ortsgestalterin

  • Bettina Brüschweiler
  • Ulrike Hüllemann
  • Christian Reutlinger
Chapter
Part of the Sozialraumforschung und Sozialraumarbeit book series (SRF, volume 18)

Zusammenfassung

Im Beitrag wird das Spannungsfeld zwischen Offenheit und Institutionalisierungsprozessen im Arbeitsfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit beleuchtet. Anhand eines Fallbeispiels wird im Beitrag zunächst herausgearbeitet, wie das konsequente Sich-Öffnen Jugendarbeitender einer bestimmten Gruppe Jugendlicher gegenüber zum Erfolg und zur Institutionalisierung eines boomenden Jugendzentrums führt. Mit der Einnahme einer räumlichen Perspektive, die auf unterschiedliche Praktiken pädagogischer Ortsgestaltung der Jugendarbeitenden fokussiert, lässt sich aufzeigen, dass die Flautephase, mit der sich die Jugendarbeitenden im Anschluss an die Erfolgsphase konfrontiert sehen, mit Schließungsprozessen erklärt werden kann. Diese stellen paradoxerweise genau die Kehrseite ihrer erfolgreichen Öffnungsprozesse gegenüber „ihren“ Jugendlichen dar, denn Öffnung gegenüber den einen Jugendlichen bedeutet im Fallbeispiel implizit eine Schließung gegenüber anderen Jugendlichen. Öffnende und schließende Praktiken der Jugendarbeitenden werden im letzten Teil des Beitrags unter Bezugnahme auf die von Burkhard Müller eingeführten Figuren des Siedlers und des Trappers genauer analysiert: Wie kann es Jugendarbeitenden gelingen, im alltäglichen „Dschungel“ ihrer offenen Arbeit handlungsfähig zu bleiben, ohne Jugendliche auszuschließen? Kann es überhaupt ein Öffnen ohne Schließen geben?

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Bettina Brüschweiler
    • 1
  • Ulrike Hüllemann
    • 1
  • Christian Reutlinger
    • 1
  1. 1.St. GallenSchweiz

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