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Einrichtungen Sozialer Arbeit reflektieren – einleitende räumlich-assoziative Bezüge

  • Marc Diebäcker
  • Christian Reutlinger
Chapter
Part of the Sozialraumforschung und Sozialraumarbeit book series (SRF, volume 18)

Zusammenfassung

Die Kirche und der Souverän – beide dominierten die geistlichen und weltlichen Belange des Mittelalters. Beide waren spürbar in sämtlichen strukturellen Dimensionen und politischen Sphären. Beide entschieden, wie die Welt der Dinge sich (an) zu ordnen habe und damit über das Leben vieler Menschen. Ausgehend von dieser institutionellen Macht werden im einleitenden Kapitel spielerisch-assoziativ die Grundzüge des Verhältnisses von institutionellen Räumen und Sozialer Arbeit entwickelt. Inspiriert ist dieses Kapitel durch den Roman „Das Memorial“ des portugiesischen Literaturnobelpreisträgers José Saramago, in dem er den Bau des Palácio Nacional de Mafra und die unmenschlichen Bedingungen aus der Sicht des kleinen Mannes beschreibt. Die gebaute Welt schafft ungleiche soziale Beziehungen und hält sie auch aufrecht – auch durch und dank sozialarbeiterischer Praxis. Aufbauend auf diesem Grundzusammenhang wird herausgearbeitet, wie institutionelle Bezüge entstehen, wie sich Einrichtungen institutionalisieren und sich in gesellschaftlichen Verhältnissen ‚einrichten‘. Diese räumlich-assoziative Annäherung an das Thema des Sammelbandes wird schliesslich fortgesetzt in für Soziale Arbeit zentrale Prozesse des Errichtens, Ausrichtens und Anrichtens.

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Authors and Affiliations

  1. 1.WienÖsterreich
  2. 2.St. GallenSchweiz

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