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Martha Craven Nussbaum und das kommunitaristische Denken

  • Grit StraßenbergerEmail author
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Zusammenfassung

In der zwischen Kommunitaristen und Liberalen ausgetragenen Debatte um die Begründbarkeit universal gültiger Standards hat die Moralphilosophin Martha Nussbaum eine spannungsreiche Annäherung an beide Seiten unternommen: Einerseits plädiert die Aristotelikerin für eine enge Kopplung von Gerechtigkeitsnormen an eine gehaltvolle Konzeption des guten Lebens. Andererseits sucht Nussbaum die Nähe zum politischen Liberalismus. Sie selbst versteht ihre aristotelische Konzeption menschlicher Fähigkeiten und Tugenden als kritische Weiterentwicklung von John Rawls’ Entwurf einer gerechten politischen Ordnung. Der Beitrag stellt Nussbaum als eine auf der Schnittstelle zwischen Kommunitarismus und Liberalismus balancierende Denkerin vor.

Schlüsselwörter

Gerechtigkeit Freiheit Fähigkeiten Erfahrung Tugend Mitleid/Mitgefühl 

Literatur

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Politische Wissenschaft und SoziologieRheinische Friedrich-Wilhelms-Universität BonnBonnDeutschland

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