Mathematik der privaten Krankenversicherung pp 107-148 | Cite as
Prämienkalkulation für das Neugeschäft
Zusammenfassung
Die Bestimmung von Prämien ist ein zentraler Teil aller aktuariellen Arbeit. Die Prämie (oder auch Beitrag) ist der Betrag, den der Versicherungsnehmerzahlen muss, um in den Genuss der Versicherungsleistungen zu kommen. Da die PKV eine individuelle Versicherung ist, sind auch die Prämien individuell auf den einzelnen Versicherungsnehmerzugeschnitten. Sie hängen z. B. ab von dem gewählten Tarif, einem evtl. Selbstbehalt, dem Einstiegsalter, der Vertragshistorie des Versicherungsnehmers und dem Ergebnis der Risikoprüfung, die vor Vertragsbeginn durchgeführt wird. Für den Versicherungsnehmerist letztlich nur sein zu zahlender Beitrag von Interesse (der Zahlbeitrag), technisch unterscheidet man aber noch weitere Arten wie Netto- und Bruttoprämie oder Zillmerprämie.
Die Kalkulation der Prämien unterliegt bei der privaten Krankenversicherungnach Art der Lebensversicherung gewissen Grundsätzen. So müssen zu Beginn die Rechnungsgrundlagen festgelegt und die Prämien risikogerecht aus dem Äquivalenzprinzip hergeleitet werden.
Ein entscheidender Unterschied besteht zwischen der Bestimmung der Prämie eines Neukunden und der eines Bestandskunden, dessen Prämie aufgrund von Tarifänderungen oder Beitragsanpassungen neu berechnet werden muss. Beide basieren auf dem Äquivalenzprinzip, die Ausgangssituationen sind aber verschieden, was zu unterschiedlichen Formeln führt. In diesem Kapitel wird zunächst das Neugeschäft betrachtet, die Prämienberechnung für Bestandskunden wird in den Kap. 7 und 8 behandelt.
Literatur
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