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„Der Staat in der frühen Kritischen Theorie bezeichnet so etwas wie eine Leerstelle.“

Joachim Hirsch im Interview mit Ullrich Bauer und Uwe H. Bittlingmayer
  • Joachim HirschEmail author
  • Ullrich BauerEmail author
  • Uwe H. BittlingmayerEmail author
Chapter

Zusammenfassung

Joachim Hirsch gilt als einer der wichtigsten Exponenten einer Frankfurter Kritik der politischen Ökonomie, obwohl er sich selbst nicht zum engeren Kreis der Frankfurter Schule zählt. Das besondere Verdienst von Joachim Hirsch ist die frühe Rezeption der Regulationstheorie und die Integration post-strukturalistischer Theorieansätze in die Kritik der politischen Ökonomie. Zu seinen bekanntesten und breit rezipierten Veröffentlichungen zählen „Wissenschaftlich-technischer Fortschritt und politisches System“ (Hirsch J. Wissenschaftlich-technischer Fortschritt und politisches System. Suhrkamp, Frankfurt a. M., 1970), „Staatsapparat und Reproduktion des Kapitals“ (Hirsch J. Staatsapparat und Reproduktion des Kapitals. Suhrkamp, Frankfurt a. M., 1974), „Das neue Gesicht des Kapitalismus“ (Hirsch J, Roth R. Das neue Gesicht des Kapitalismus. Vom Fordismus zum Postfordismus. VSA, Hamburg, 1986), „Der nationale Wettbewerbsstaat“ (Hirsch J. Der nationale Wettbewerbsstaat. Staat, Demokratie und Politik im globalen Kapitalismus. Edition ID-Archiv, Berlin/Amsterdam, 1998), „Die Zukunft des Staates“ (Hirsch J, Jessop B, Poulantzas N. Die Zukunft des Staates. Denationalisierung, Internationalisierung, Renationalisierung. VSA, Hamburg, 2001) und „Materialistische Staatstheorie“ (Hirsch J. Materialistische Staatstheorie. VSA, Hamburg, 2005). Hirsch gehört neben Alex Demirovic und Bob Jessop zu den wichtigsten deutschsprachigen staatskritischen Autor_innen, die ihn in die Nähe zu anarchistischen Positionen rücken (vgl. Hirsch J, Kellermann P. Vereinfachte Emanzipationskonzepte der Vergangenheit hinter sich lassen. In: van Kellermann P (Hrsg.) Anarchismus. Marxismus. Emanzipation. Gespräche über die Geschichte und die Gegenwart der sozialistischen Bewegung. Die Buchmacherei, Berlin, S. 105–128, 2012). Das folgende Interview zielt darauf ab, die Rolle und Bedeutung der Kritik der politischen Ökonomie für die frühe und aktuelle Frankfurter Schule aus der Sicht der „inneren Frankfurter Peripherie“ zu klären. Die Positionen in der Sekundärliteratur schwanken hierzu zwischen der mehrheitlichen Position des „ausgesparten Zentrums“ (Johannes R. Das ausgesparte Zentrum. Adornos Verhältnis zur Ökonomie. In: van Schweppenhäuser G (Hrsg.) Soziologie im Spätkapitalismus. Zur Gesellschaftstheorie Theodor W. Adornos. zu Klampen, Lüneburg, S. 41–67, 1995) und der jüngeren Arbeiten vor allem von Dirk Braunstein, die sich darum bemühen, Adorno als (negativ dialektischer) Kritiker der politischen Ökonomie auszuweisen (Hafner K. „Daß der Bann sich löse“. Annäherungen an Adornos Marx-Rezeption. In: van Behrens D (Hrsg.) Materialistische Theorie und Praxis. Zum Verhältnis von Kritischer Theorie und Kritik der politischen Ökonomie. ça-ira Verlag, Freiburg, S. 129–155, 2005; Braunstein D. Adornos Kritik der politischen Ökonomie. transcript, Bielefeld, 2011).

Schlüsselwörter

Kritische Theorie Materialistische Staatstheorie Politische Ökonomie Staatskritik Emanzipation 

Literatur

  1. Lessenich, S. (2009). Die Neuerfindung des Politischen. Bielefeld: transcript.Google Scholar
  2. Ruschig, U., & Schiller, H.-E. (Hrsg.). (2014). Staat und Politik bei Horkheimer und Adorno. Baden-Baden: Nomos.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für PolitikwissenschaftGoethe-Universität Frankfurt am MainFrankfurt a. M.Deutschland
  2. 2.Fakultät für ErziehungswissenschaftUniversität BielefeldBielefeldDeutschland
  3. 3.Pädagogische Hochschule FreiburgFreiburgDeutschland

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