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Herbert Marcuses „Der eindimensionale Mensch“: Vorzeitiger Geheimnisverrat

  • Ulrich BrielerEmail author
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Zusammenfassung

Herbert Marcuses Studie „Der eindimensionale Mensch“ markiert einen Epochensprung in der Geschichte der industriellen Zivilisation: die Geburt des Konsumismus. Der historische Moment des Entstehens der Überflussgesellschaft erzwingt eine Aktualisierung der Kategorien der Kritischen Theorie. Subjekt und Objekt der Befreiung sind neu zu denken, das Projekt der Kritik – sein Fundament und seine Ausrichtung, seine Praktiken und seine Ziele – neu zu verfassen.

Heute lässt sich die Studie als eine theoretische Antizipation von Verhältnissen lesen, die unsere Gegenwart als normal hinnimmt, während Marcuse sie im Augenblick ihres Erscheinens noch als skandalös wahrnehmen konnte. Die Tendenzen, die er beschreibt, haben nichts von ihrer Prägekraft verloren. Sie sind zu den historischen Apriori der globalen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts geworden.

Schlüsselwörter

Kritische Theorie Bedürfnisse Befreiung Kritik Konsumismus Subjekt Tendenz 

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut Für PhilosophieUniversität leipzigLeipzigDeutschland

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