Advertisement

Mutterschaft: zwischen (Re-)Naturalisierung und Diskursivierung von Gender und Care

  • Barbara ThiessenEmail author
Chapter
Part of the Geschlecht und Gesellschaft book series (GUG, volume 65)

Zusammenfassung

Der Beitrag greift mit einem Überblick über Forschungsarbeiten zu Mutterschaft einen zentralen Topos der Frauen- und Geschlechterforschung auf. Dabei werden sowohl die grundlegende Bedeutung der Konstruktion von Mutterschaft für historische Geschlechter- und Gesellschaftsverhältnisse deutlich als auch zentrale Begründungsmuster für Weiblichkeiten und Geschlechterkulturen.

Schlüsselwörter

Mutterschaft Familie Care Geschlechtliche Arbeitsteilung Vereinbarkeit 

Literatur

  1. Ahnert, Liselotte. 2010. Wieviel Mutter braucht ein Kind? Bindung – Bildung – Betreuung: öffentlich und privat. Heidelberg: Springer Spektrum.CrossRefGoogle Scholar
  2. Apitzsch, Ursula, und Marianne Schmidbaur, Hrsg. 2010. Care und Migration: Die Ent-Sorgung menschlicher Reproduktionsarbeit entlang von Geschlechter- und Armutsgrenzen. Opladen: Verlag Barbara Budrich.Google Scholar
  3. Badinter, Elisabeth. 1984. Die Mutterliebe. Geschichte eines Gefühls vom 17. Jahrhundert bis heute. München: Piper.Google Scholar
  4. Berghahn, Sabine, Hrsg. 2007. Unterhalt und Existenzsicherung. Recht und Wirklichkeit in Deutschland. Baden-Baden: Nomos.Google Scholar
  5. Blaffer Hrdy, Sarah. 2000. Mutter Natur. Die weibliche Seele der Evolution. Berlin: Berlin Verlag.Google Scholar
  6. Braun, Christina von . 1985. Nicht Ich. Logik, Lüge, Libido. Frankfurt a. M.: Verlag Neue Kritik.Google Scholar
  7. Brockhaus, Gudrun. 2008. Muttermacht und Lebensangst. Zur Politischen Psychologie der NS-Erziehungsratgeber Johanna Haarers. Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte 36: 63–77.Google Scholar
  8. Chodorow, Nancy. 1984. Das Erbe der Mütter. Psychoanalyse und Soziologie der Geschlechter. München: Frauenoffensive.Google Scholar
  9. Correll, Lena. 2010. Anrufungen zur Mutterschaft. Eine wissenssoziologische Untersuchung von Kinderlosigkeit. Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  10. Dohm, Hedwig. 1903. Die Mütter. Beitrag zur Erziehungsfrage. Berlin: S. Fischer.Google Scholar
  11. Dolderer, Maya, Hannah Holme, Claudia Jerzak, und Ann-Madleine Tietge, Hrsg. 2016. O Mother, Where Art Thou? (Queer-)Feministische Perspektiven auf Mutterschaft und Mütterlichkeit. Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  12. Donath, Orna. 2015. Regretting motherhood: A sociopolitical analysis. Journal of Women in Culture and Society 40(2): 343–367.CrossRefGoogle Scholar
  13. Gerhard, Ute. 2005. Die Ehe als Geschlechter- und Gesellschaftsvertrag. Zum Bedeutungswandel der Ehe im 19. und 20. Jahrhundert. In Liebe und Widerstand. Ambivalenzen historischer Geschlechterbeziehungen, Hrsg. Ingrid Bauer, Christa Hämmerle und Gabriella Hauch, 449–468. Wien: Böhlau.Google Scholar
  14. Gildemeister, Regine. 1988. Geschlechtsspezifische Sozialisation: Neuere Beiträge und Perspektiven zur Entstehung des „weiblichen Sozialcharakters“. Soziale Welt 39(4): 486–503.Google Scholar
  15. Haidinger, Bettina. 2013. Hausfrau für zwei Länder sein. Zur Reproduktion des transnationalen Haushalts. Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  16. Hausen, Karin. 1976. Die Polarisierung der „Geschlechtscharaktere“. Eine Spiegelung der Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben. In Sozialgeschichte der Familie in der Neuzeit Europas. Neue Forschungen, Hrsg. Werner Conze, 363–393. Stuttgart: Klett.Google Scholar
  17. Helming, Elisabeth. 2014. Alltagspraxis in Pflegefamilien: Vulkane, Eisberge und der sanfte Sog der Beiläufigkeit. In Doing Family. Warum Familienleben heute nicht mehr selbstverständlich ist, Hrsg. Karin Jurczyk, Andreas Lange und Barbara Thiesse, 71–94. Weinheim/Basel: Beltz Juventa.Google Scholar
  18. Hermes, Gisela. 2003. Zur Situation behinderter Eltern unter besonderer Berücksichtigung des Unterstützungsbedarfs bei Eltern mit Körper- und Sinnesbehinderungen. Dissertation, Universität Marburg.Google Scholar
  19. Herwartz-Emden, Leonie, Sedef Gümen, und Manuela Westphal. 2000. Vereinbarkeit von Beruf und Familie als weibliches Selbstkonzept. In Einwandererfamilien: Geschlechterverhältnisse, Erziehung und Akkulturation, Hrsg. Leonie Herwartz-Emden, 207–231. Osnabrück: Rasch.Google Scholar
  20. Klein, Alexandra. 2009. Die Wiederentdeckung der Moralpanik. „Sexuelle Verwahrlosung“ und die „neue Unterschicht“. Soziale Passagen 1(1): 23–34.CrossRefGoogle Scholar
  21. Kortendiek, Beate. 1996. Mutterschaft und Geschlecht. Fragen, Überlegungen und Ergebnisse einer empirischen Erhebung über Mütter in Mütterzentren. In Kategorie: Geschlecht? Empirische Analysen und feministische Theorien, Hrsg. Ute Luise Fischer, Marita Kampshoff, Susanne Keil und Mathilde Schmitt, 81–96. Opladen: Leske + Budrich.CrossRefGoogle Scholar
  22. Kortendiek, Beate. 1999. Mütterzentren: Selbsthilfeprojekte und Frauenöffentlichkeit. Studie über ambivalente Mutterschaft und alltägliche Lebensführung. Bielefeld: Kleine.Google Scholar
  23. Leitner, Sigrid, Ilona Ostner, und Margit Schratzenstaller, Hrsg. 2004. Wohlfahrtsstaat und Geschlechterverhältnis im Umbruch. Was kommt nach dem Ernährermodell? Jahrbuch für Europa- und Nordamerika-Studien. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  24. Lerner, Gerda. 1993. The creation of feminist consciousness. From the middle ages to eighteen-seventy. New York/Oxford: University Press.Google Scholar
  25. Malich, Lisa. 2014. Verunsicherungsmaschinen. Anmerkungen zu feministischer Mutterschaft. In Feminismen heute. Positionen in Theorie und Praxis, Hrsg. Yvonne Franke, Kati Mozygemba, Kathleen Pöge, Bettina Ritter und Dagmar Venohr, 155–168. Bielefeld: transcript.Google Scholar
  26. Mauerer, Gerlinde. 2002. Medeas Erbe: Kindsmord und Mutterideal. Wien: Milena.Google Scholar
  27. Michalik, Kerstin. 1994. Vom „Kindsmord“ zur Kindstötung: Hintergründe der Entwicklung des Sondertatbestandes der Kindstötung (Paragraph 217) im 18. und 19. Jahrhundert. Feministische Studien 1:44–55.Google Scholar
  28. Müller, Ursula. 1989. Warum gibt es keine emanzipatorische Utopie des Mutterseins? In Emanzipation und Mutterschaft. Erfahrungen und Untersuchungen über Lebensentwürfe und mütterliche Praxis, Hrsg. Bärbel Schön, 55–79. Weinheim/München: Beltz Juventa.Google Scholar
  29. Pape, Judith. 2017. Von Brust zu Brei. Maternalisierung von Ernährungsverantwortung in Beikostkursen. In Mutterschaften sichtbar machen: sozial- und kulturwissenschaftliche Beiträge, Hrsg. Rhea Seehaus und Eva Tolasch, 255–270. Opladen: Verlag Barbara Budrich.Google Scholar
  30. Pfau-Effinger, Birgit. 1998. Der soziologische Mythos von der Hausfrauenehe. Entwicklungspfade der Familie in Europa. Soziale Welt 2:167–182.Google Scholar
  31. Pfau-Effinger, Birgit, und Tine Rostgaard, Hrsg. 2011. Care between work and welfare in European Societies. London/Chicago: Palgrave Macmillan.Google Scholar
  32. Rinken, Barbara. 2009. „Also es ist durchweg noch nicht wirklich akzeptiert, das ist eindeutig immer noch Frauensache. “Geschlechter- und Familienbilder in Erzählungen allein erziehender Väter. In Mütter und Väter. Diskurse – Medien – Praxen, Hrsg. Paula-Irene Villa und Barbara Thiessen, 226–242. Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  33. Rinken, Barbara. 2010. Spielräume in der Konstruktion von Geschlecht und Familie? Alleinerziehende Mütter und Väter mit ost- und westdeutscher Herkunft. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.CrossRefGoogle Scholar
  34. Rohr, Elisabeth, und unter Mitarbeit von Elin Rau. 2012. Transnationale Kindheit und die „care chain“-Debatte. In Emanzipation und feministische Politiken. Verwicklungen, Verwerfungen, Verwandlungen, Hrsg. Carmen Birkle, Ramona Kahl, Gundula Ludwig und Susanne Maurer, 246–262. Sulzbach/Ts.: Ulrike Helmer Verlag.Google Scholar
  35. Rosenbaum, Heidi. 1986. Formen der Familie. Untersuchungen zum Zusammenhang von Familienverhältnissen, Sozialstruktur und sozialem Wandel in der deutschen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  36. Schier, Michaela. 2014. Gute Arbeit, gutes (Familien)Leben? Folgen der Entgrenzung von Erwerbsarbeit für Geschlechterarrangements. In Doing Family. Warum Familienleben heute nicht mehr selbstverständlich ist, Hrsg. Karin Jurczyk, Andreas Lange und Barbara Thiessen, 252–264. Weinheim: Beltz Juventa.Google Scholar
  37. Schütze, Yvonne. 1986. Die gute Mutter: Zur Geschichte des normativen Musters „Mutterliebe“. Bielefeld: Kleine.Google Scholar
  38. Seichter, Sabine. 2014. Erziehung an der Mutterbrust. Eine kritische Kulturgeschichte des Stillens. Weinheim: Beltz Juventa.Google Scholar
  39. Speck, Sarah. 2016. Bilder und Bürden. Funktionen und Transformationen von Mutterschaft. In O Mother, Where Art Thou? (Queer-)Feministische Perspektiven auf Mutterschaft und Mütterlichkeit, Hrsg. Maya Dolderer, Hannah Holme, Claudia Jerzak und Ann-Madleine Tietge, 26–49. Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  40. Spies, Anke, Hrsg. 2010. Frühe Mutterschaft. Die Bandbreite der Perspektiven und Aufgaben angesichts einer ungewöhnlichen Lebenssituation. Baltmannsweiler: Schneider Verlage Hohengehren.Google Scholar
  41. Thiessen, Barbara. 2011. Mutterschaft. In Wörterbuch Soziale Arbeit und Geschlecht, Hrsg. Gudrun Ehlert, Heide Funk und Gerd Stecklina, 297–300. Weinheim/München: Beltz Juventa.Google Scholar
  42. Thiessen, Barbara, und Paula-Irene Villa. 2008. Die „Deutsche Mutter“ – ein Auslaufmodell? Überlegungen zu den Codierungen von Mutterschaft als Sozial- und Geschlechterpolitik. Tel Aviver Jahrbuch für Deutsche Geschichte 36:277–292.Google Scholar
  43. Tolasch, Eva, und Rhea Seehaus, Hrsg. 2017. Mutterschaften sichtbar machen: sozial- und kulturwissenschaftliche Beiträge. Opladen: Verlag Barbara Budrich.Google Scholar
  44. Toppe, Sabine. 1996. Mutterschaft und Erziehung zur Mütterlichkeit in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung, Hrsg. Elke Kleinau und Claudia Opitz, Bd. 1, 346–359. Frankfurt a. M./New York: Campus.Google Scholar
  45. Uhl, Karsten. 2008. Mutterliebe und Verbrechen. Mutterschaft und Sexualität im kriminologischen Diskurs 1880–1980. Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte 36:48–62.Google Scholar
  46. Villa, Paula-Irene, und Barbara Thiessen, Hrsg. 2009. Mütter – Väter: Diskurse, Medien, Praxen. Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  47. Villa, Paula-Irene, Stephan Moebius, und Barbara Thiessen. 2011. Soziologie der Geburt: Diskurse, Praktiken und Perspektiven – Einführung. In Soziologie der Geburt. Diskurse, Praktiken und Perspektiven, Hrsg. Paula-Irene Villa, Stephan Moebius und Barbara Thiessen, 7–21. Frankfurt a. M.: Campus.Google Scholar
  48. Vinken, Barbara. 2001. Die deutsche Mutter. Der lange Schatten eines Mythos. München: Piper.Google Scholar
  49. Wimbauer, Christine, Annette Henninger, und Markus Gottwald, Hrsg. 2007. Die Gesellschaft als ‚institutionalisierte Anerkennungsordnung‘. Anerkennung und Ungleichheit in Paarbeziehungen, Arbeitsorganisationen und Sozialstaat. Opladen: Verlag Barbara Budrich.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Fakultät Soziale ArbeitHochschule LandshutLandshutDeutschland

Personalised recommendations