Advertisement

Militär und Krieg: der kämpfende Mann, die friedfertige Frau und ihre Folgen

  • Maja ApeltEmail author
Chapter
Part of the Geschlecht und Gesellschaft book series (GUG, volume 65)

Zusammenfassung

Im Zentrum des Beitrags steht, welche Ursachen und Folgen der vermeintliche Geschlechterdualismus von kämpfendem Mann und friedfertiger, schutzbedürftiger Frau hat und was dabei aus dem Blick gerät. Betrachtet werden die sog. Neuen Kriege und ihre Folgen für die Geschlechter, das Verhältnis Männlichkeit und Militär bzw. das Verhältnis der hegemonialen zur militärischen Männlichkeit, die Situation der Soldatinnen als sog. Token und die verschiedenen Erklärungsmuster für sexuelle Gewalt in kriegerischen Auseinandersetzungen und deren Implikationen. Gezeigt wird auch, wie aktuelle diskurstheoretische und postkoloniale Ansätze zu einem besseren Verständnis der Ursachen sexueller Gewalt und ihrer Instrumentalisierung beitragen.

Schlüsselwörter

Militär Neue Kriege Soldatinnen Männlichkeit Sexuelle Gewalt 

Literatur

  1. Albrecht-Heide, Astrid. 1997. Die Legende vom saub’ren Soldaten. http://www.wissenschaft-und-frieden.de/seite.php?artikelID=1231. Zugegriffen am 28.12.2016.
  2. Allmendinger, Jutta, und Richard J. Hackman. 1994. Akzeptanz oder Abwehr? Die Integration von Frauen in professionelle Organisationen. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 46(2): 238–258.Google Scholar
  3. Apelt, Maja. 2002. Die Integration der Frauen in die Bundeswehr ist abgeschlossen. Soziale Welt 53(3): 325–344.Google Scholar
  4. Apelt, Maja, und Cordula Dittmer. 2007. „Under pressure“ – Militärische Männlichkeiten im Zeichen Neuer Kriege und veränderter Geschlechterverhältnisse. In Dimensionen von Geschlecht. Der Fall Männlichkeit, Hrsg. Mechthild Bereswill, Michael Meuser und Sylka Scholz, 68–83. Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  5. Apelt, Maja, und Sylka Scholz. 2014. Männer, Männlichkeit und Organisation. In Gender Cage – revisted. Handbuch zur Organisations- und Geschlechterforschung, Hrsg. Maria Funder, 294–316. Baden-Baden: Nomos.CrossRefGoogle Scholar
  6. Barrett, Frank J. 1999. Die Konstruktion hegemonialer Männlichkeit in Organisationen: Das Beispiel der US-Marine. In Soziale Konstruktionen – Militär und Geschlechterverhältnis, Hrsg. Christine Eifler und Ruth Christine, 71–91. Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  7. Biehl, Heiko. 2009. Kampfmoral und Kohäsion als Forschungsgegenstand, militärische Praxis und Organisationsideologie. In Forschungsthema Militär, Hrsg. Maja Apelt, 139–162. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  8. Bourdieu, Pierre. 1982. Die feinen Unterschiede. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  9. Carreiras, Helena, und Gerhard Kümmel. 2008. Off limits: The cults of the body and social homogeneity as discursive weapons targeting gender integration in the military. In Women in the military and in armed conflict, Hrsg. Helena Carrieras und Gerhard Kümmel, 29–47. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  10. Creveld, Martin van 2001. Frauen und Krieg. München: Gerling Akademie.Google Scholar
  11. Daase, Christopher. 1999. Kleine Kriege – große Wirkung: wie unkonventionelle Kriegsführung die internationale Politik verändert. Baden-Baden: Nomos.Google Scholar
  12. Deißler, Stefan. 2016. Eigendynamische Bürgerkriege: von der Persistenz und Endlichkeit innerstaatlicher Gewaltkonflikte. Hamburg: Hamburger Edition.Google Scholar
  13. Dittmer, Cordula. 2007. Gender, Konflikt, Konfliktbearbeitung – Zivile und militärische Ansätze, Forderungen, Probleme. In CCS-working-paper 6, center for conflict studies. Marburg: Universität Marburg.Google Scholar
  14. Dittmer, Cordula. 2008. Gender Mainstreaming in der Europäischen Friedens- und Sicherheitspolitik – Resolutionen, Berichte, Konzepte. In Hoffnungsträger 1325. Resolution für eine geschlechtergerechte Friedens- und Sicherheitspolitik in Europa, Hrsg. Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung, 52–65. Königstein/Ts: Ulrike Helmer Verlag.Google Scholar
  15. Dittmer, Cordula. 2014. Der Einsatz westlicher Soldatinnen in Afghanistan – Positionierungen und Aushandlungsprozesse militärischer Geschlechterordnungen. Peripherie 133:9–25.CrossRefGoogle Scholar
  16. Enloe, Cynthia. 1990. Bananas, beaches and bases: Making feminist sense of international politics. Berkeley: University of California Press.Google Scholar
  17. Enloe, Cynthia. 1999. Die Konstruktion der amerikanischen Soldatin als „Staatsbürgerin erster Klasse“. In Soziale Konstruktionen – Militär und Geschlechterverhältnis, Hrsg. Christine Eifler und Ruth Seifert, 248–264. Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  18. Enloe, Cynthia. 2000. Maneuvers: The international politics of militarizing women’s lives. Berkeley: California University Press.Google Scholar
  19. Eriksson Baaz, Maria, und Maria Stern. 2013. Sexual violence as weapon of war? Perceptions, prescriptions, problems in Congo and beyond. London: Zed Books.Google Scholar
  20. Eriksson Baaz, Maria, und Maria Stern. 2014. Understanding sexual violence in conflict and post-conflict settings. In Sage handbook of feminist theory, Hrsg. Mary Evans, Clare Hemmings, Marsha Henry, Hazel Johnstone, Sumi Madhok und Ania Plomien, 585–605. Los Angeles: Sage.CrossRefGoogle Scholar
  21. Foucault, Michel. 1994. Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  22. Frevert, Ute. 1997. Das Militär als „Schule von Männlichkeit“. Erwartungen, Angebote, Erfahrungen im 19. Jahrhundert. In Militär und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert, Hrsg. Ute Frevert, 145–173. Stuttgart: Klett-Cotta.Google Scholar
  23. Hagemann, Karin. 1998. Venus und Mars. Reflexionen zu einer Geschlechtergeschichte von Militär und Krieg. In Landsknechte, Soldatenfrauen und Nationalkrieger: Militär, Krieg und Geschlechterordnung im historischen Wandel, Hrsg. Karin Hagemann und Ralf Pröve, 13–48. Frankfurt a. M.: Campus.Google Scholar
  24. Hagemann, Karen. 2002. Heimat – Front. Militär, Gewalt und Geschlechterverhältnisse im Zeitalter der Weltkriege. In Heimat-Front: Militär und Geschlechterverhältnisse im Zeitalter der Weltkriege, Hrsg. Karen Hagemann und Stefanie Schüler-Springorum, 13–52. Frankfurt a. M.: Campus.Google Scholar
  25. Harders, Cilja. 2004. Neue Kriegerinnen. Lynndie England und Jessica Lynch. Blätter für deutsche und internationale Politik 9:1101–1111.Google Scholar
  26. Heintz, Bettina, und Eva Nadai. 1998. Geschlecht und Kontext. De-Institutionalisierungsprozesse und geschlechtliche Differenzierung. Zeitschrift für Soziologie 27(2): 75–93.CrossRefGoogle Scholar
  27. Kaldor, Mary. 2000. Neue und alte Kriege. Organisierte Gewalt im Zeitalter der Globalisierung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  28. Kanter, Rosabeth Moss. 1977. Men and woman of the corporation. New York: Basic Books.Google Scholar
  29. Kimura, Maki. 2016. Unfolding the ‚comfort women‘ debates. Modernity, violence, women’s voices. London: Palgrave Macmillan.CrossRefGoogle Scholar
  30. Kümmel, Gerhard. 2008. Truppenbild mit Dame. Eine sozialwissenschaftliche Begleituntersuchung zur Integration von Frauen in die Bundeswehr. Strausberg: Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr.Google Scholar
  31. Kümmel, Gerhard. 2014. Truppenbild ohne Dame. Eine sozialwissenschaftliche Begleituntersuchung zum aktuellen Stand der Integration von Frauen in die Bundeswehr. Potsdam: Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr.Google Scholar
  32. Kümmel, Gerhard. 2017. Soldatinnen in der Bundeswehr – Integrationsklima und Perspektiven. Dokumentation des Symposiums an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg am 10. und 11. Juli 2014. Potsdam: ZMSBw.Google Scholar
  33. Latzel, Klaus, Franka Maubach, und Silke Satjukow. 2013. Soldatinnen. Gewalt und Geschlecht im Krieg vom Mittelalter bis heute. Paderborn: Schöningh.Google Scholar
  34. medica mondiale e.V., und Karin Griese. 2004. Sexualisierte Kriegsgewalt und ihre Folgen: Handbuch zur Unterstützung traumatisierter Frauen in verschiedenen Arbeitsfeldern. Frankfurt a. M.: Mabuse.Google Scholar
  35. Messerschmidt, James W. 1998. Men victomizing men: The case of lynching. 1865–1999. In Masculinities and violence, Hrsg. Lee H. Bowker, 125–151. London: Sage.Google Scholar
  36. Meuser, Michael, und Sylka Scholz. 2011. Krise oder Strukturwandel hegemonialer Männlichkeit? In In der Krise? Männlichkeiten im 21. Jahrhundert, Hrsg. Mechthild Bereswill und Anke Neubert, 56–79. Münster: Westfälisches Dampfboot.Google Scholar
  37. Münkler, Herfried. 2006. Der Wandel des Krieges: von der Symmetrie zur Asymmetrie. Weilerswist: Velbrück.Google Scholar
  38. Münkler, Herfried. 2007. Heroische und postheroische Gesellschaften. Merkur 61:742–752.Google Scholar
  39. Parpart, Jane, und Kevin Parrtrigde. 2014. Soldiering on: pushing militarized masculinities into new territory. In Sage handbook of feminist theory, Hrsg. Mary Evans, Clare Hemmings, Marsha Henry, Hazel Johnstone, Sumi Madhok und Ania Plomien, 550–565. Los Angeles: Sage.CrossRefGoogle Scholar
  40. Pedersen, Susan. 1991. National bodies, unspeakable acts: The sexual politics of colonial policy-making. The Journal of Modern History 63(4): 647–680.CrossRefGoogle Scholar
  41. Pohl, Rolf. 2003. Massenvergewaltigung. Zum Verhältnis von Krieg und männlicher Sexualität. In Das andere Geschlecht in den Streitkräften, Hrsg. Jörg Calließ, 53–57. Rehburg-Loccum: Evangelische Akademie Loccum.Google Scholar
  42. Popitz, Heinrich. 1992. Phänomene der Macht. Tübingen: Mohr.Google Scholar
  43. Segal, David R., und Meyer Kestnbaum. 2002. Professional closure in the military labour market. A critique of pure cohesion. In The future of the army profession, Hrsg. Don M. Snider und Gayle L. Watkins, 441–458. Boston/New York: Mc Graw-Hill.Google Scholar
  44. Seifert, Ruth. 2001. Genderdynamiken bei der Entstehung, dem Austrag und der Bearbeitung von kriegerischen Konflikten. Peripherie. Zeitschrift für Politik und Ökonomie der Dritten Welt 84:26–47.Google Scholar
  45. Seifert, Ruth. 2005. Weibliche Soldaten: Die Grenzen des Geschlechts und die Grenzen der Nation. In Frauen im Militär. Empirische Befunde und Perspektiven zur Integration von Frauen in die Streitkräfte, Hrsg. Jens-Rainer Ahrens, Maja Apelt und Christiane Bender, 230–241. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  46. Sharpe, Jenny. 1991. The unspeakable limits of rape. Colonial violence and counter insurgency. Genders 10:25–46.Google Scholar
  47. Sjoberg, Laura. 2014. Female combatants, Feminism and just war. In Sage handbook of feminist theory, Hrsg. Mary Evans, Clare Hemmings, Marsha Henry, Hazel Johnstone, Sumi Madhok und Ania Plomien, 535–549. Los Angeles: Sage.CrossRefGoogle Scholar
  48. Stiehm, Judith Hieks. 1982. The protected, the protector, the defender. Women’s Studies International Forum 5(3–4): 367–376.CrossRefGoogle Scholar
  49. Thürmer-Rohr, Christina. 2008. Mittäterschaft von Frauen: Die Komplizenschaft mit der Unterdrückung. In Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie Methoden, Empirie, Hrsg. Ruth Becker und Beate Kortendiek, 88–93. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.CrossRefGoogle Scholar
  50. Yoder, Janice D. 1991. Rethinking tokenism: Looking beyond numbers. Gender and Society 5(2): 178–192.CrossRefGoogle Scholar
  51. Zarkov, Dubravka. 2006. Towards a new theorizing of women, gender and war. In Sage handbook of gender and women’s studies, Hrsg. Kathy Davis, Mary Evans und Judith Lorber, 214–233. Los Angeles: Sage.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche FakultätUniversität PotsdamPotsdamDeutschland

Personalised recommendations