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Zivilisations- und Prozesstheorie: Elias und die Geschlechterforschung

  • Stefanie ErnstEmail author
Chapter
Part of the Geschlecht und Gesellschaft book series (GUG, volume 65)

Zusammenfassung

Die von Norbert Elias interdisziplinär angelegte Figurations- und Prozesstheorie bietet mit ihrem relationalen Konzept von Macht wertvolle Impulse dafür, die implizit in ihr angelegte Dimension einer Geschlechtersoziologie weiter zu explizieren. Die zwischen Engagement und Distanz sowie lang- und kurzfristigen Prozessen unterscheidende Sicht auf die komplexen und dynamischen Geflechte menschlicher Beziehungen kann somit die Beziehungen der Geschlechter zugleich in ihrer progressiven und regressiven Wandlungsfähigkeit par excellence analysieren.

Schlüsselwörter

Zivilisation Gewalt Macht Interdependenzen Wissen 

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für SoziologieUniversität MünsterMünsterDeutschland

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