Bildungsstaat pp 43-58 | Cite as
Aufstieg. Christentum, Städte, Reich und Bildungspolitik
Zusammenfassung
Der Aufstieg des Bildungsstaates: Das heutige Bildungssystem ist das Ergebnis jahrhundelanger Entwicklung. Der Aufstieg von Bildung und Bildungspolitik in Mittelalter und früher Neuzeit teilte die Bevölkerung in eine gebildete Elite und ungebildete Massen. Diese Unterscheidung war jedoch ein Fortschritt, denn Bildung ließ sich prinzipiell erwerben im Unterschied zur Standeszugehörigkeit durch Geburt, zu ererbten Privilegien und Vermögen, zu Ethnizität und Geschlecht. Die Gebildeten aller Stände formten zunehmend eine eigene soziale Gruppe von politischer, wirtschaftlicher, kultureller Bedeutung. Christliche Schulen und Universitäten des Mittelalters, Bildungseinrichtungen der Städte, eine gezielte Bildungspolitik absolutistischer Zentralstaaten und das Entstehen moderner Nationalstaaten sind Elemente wachsender Bildungsstaatlichkeit. Sie geht einher mit größerer Bildungsbeteiligung, höheren Abschlüssen und mit Verbesserungen individueller Lebenschancen durch Bildung. Immer mehr Bürger beteiligten sich für immer längere Abschnitte ihres Lebens an immer höherer Bildung. Individueller Aufstieg durch Bildung wurde möglicher und üblich.