Wissen und Reflexion pp 131-144 | Cite as
Wissen und Reflexion inKindertageseinrichtungen –die Projektergebnisse im Überblick
Zusammenfassung
Die Frage nach den „Wissensbasierten Deutungs- und Handlungskompetenzen von pädagogischen MitarbeiterInnen in Kindertageseinrichtungen“ konnte im Projekt – wie in den vorangegangenen Kapiteln gezeigt – in Bezug auf vielfältige Dimensionen und aus verschiedenen Perspektiven beantwortet werden. Dennoch bleibt trotz der rekonstruktiven Auswertungen fraglich, ob die ursprüngliche Annahme klar identifizierbarer Wissensbereiche oder -domänen, wie sie beispielsweise in der empirischen Lehr- und Lernforschung ermittelt wurden, überhaupt haltbar und sinnvoll ist. Mit der theoretischen Befragung des Wissensbegriffs (vgl. Milbradt in diesem Band) liegt jedoch zumindest eine über die empirischen Befunde angeregte Rahmung vor, die den rekonstruierten Ordnungs- und Orientierungsmustern und den Thematisierungsweisen gerecht wird. Weder wurde mit dem empirischen Material deduktiv umgegangen und eine vorher bereits – und wenn, dann allenfalls vielleicht implizit – feststehende Vorstellung von Wissen auf das Material übertragen, noch dem „induktivistischen Selbstmissverständnis“ (Kelle und Kluge 2010, S. 18) aufgesessen, dass das Wissen quasi aus dem Material „emergieren“ würde, wenn man nur lange genug rekonstruktiv arbeitet. Vermieden wurde so, dass ein unbewusst bleibender Kernbestand an Begriffen (vgl. Lindemann 2008, S. 112) dominant den Prozess einer sich wechselseitig inspirierenden, theoretisch-empirischen Arbeit überformt. Die Projektergebnisse bestehen also sowohl aus theoretischen wie empirisch grundierten Überlegungen zum Wissensbegriff und einem Ansatz zu dessen praxistheoretischer Neuformulierung, als auch aus den präsentierten Thematisierungsweisen und Ordnungs- und Orientierungsmustern sowie der empirischen Annäherung an die Weiterbildungsaktivitäten der PädagogInnen.
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