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Fußball(szenen), Sozialisation und politische Kultur

  • Reiner BeckerEmail author
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Zusammenfassung

Sozialisation wird allgemein verstanden als „der Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt“ (Geulen & Hurrelmann 1980, S. 51). Dabei spielen Familie, formelle Jugendgruppen, Gleichaltrigengruppen, Schule und Massenmedien als vermittelnde Sozialisationsinstanzen zwischen innerer und äußerer Realität der Umwelt eine zentrale Rolle; hinzukommen nachgeordnete Instanzen der Sozialisation, die individuell variieren und nur von zeitlich begrenzter Dauer sind (Claußen 1996, S. 33). „Fußball“ als (nachgeordnete) Sozialisationsinstanz kann dabei auf dreierlei Ebenen betrachtet werden: Erstens in Form von den verschiedenen (historischen) Fußballszenen, denen Jugendliche und junge Erwachsene angehören mit ihrem je eigenen Gruppenverständnis, gemeinsamen Inhalten/Themen, Ausdrucks- und Aktionsformen. Zweitens als ein Teil der politischen Kultur der Bundesrepublik, der, maßgeblich inszeniert über die Massenmedien, zunehmender Kristallisationspunkt für kollektive Identifikationsbedürfnisse im Sinne des Patriotismus oder gar Nationalismus ist.

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Authors and Affiliations

  1. 1.MarburgDeutschland

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