„Eigentlich sollte jeder so sterben, wie ihn Gott geschaff en hat …“

Fallstudien zum Verhältnis von Vergänglichkeit, Körpererleben und Schönheitshandeln im Lebensverlauf
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Part of the Wissen, Kommunikation und Gesellschaft book series (WISSEN)

Zusammenfassung

Im Mittelpunkt der hier vorgestellten Studie stehen die biografischen Erzählungen und Selbstdeutungen vier älterer Menschen zu ihrem Körpererleben und Schönheitshandeln, die einerseits im Kontext kultureller Körper-, Schönheits- und Altersbilder und andererseits in Bezug auf signifikante Zäsuren und Übergangsprozesse im Lebensverlauf interpretiert werden. Ausgehend von der Diskussion um neue Formen des Doing Age, Verjüngungs- und Fitnessbemühungen sowie veränderte Leitbilder körperlicher Plastizität, wird das Wechselverhältnis von soziokulturellen Alternsskripten, medialen (Re-)Präsentationen und individueller Körperpraxis analysiert. Die Ergebnisse verweisen in diesem Zusammenhang auf die große Bedeutung von lebensphasenspezifischen Selbstkonstruktionen, auf eine im Lebensverlauf zunehmende Verquickung von Schönheits- und Gesundheitshandeln sowie auf ambivalente Haltungen in Bezug auf die neuen Möglichkeiten der kosmetischen Chirurgie.

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Authors and Affiliations

  1. 1.SiegenDeutschland

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