Soziologische Handlungstheorie pp 395-445 | Cite as
Soziales Handeln und Rationalität
Zusammenfassung
Das individualistische Paradigma innerhalb der Soziologie besteht aus einer lose gekoppelten Menge von Bezugsrahmen und Modellen mit unterschiedlichen theoretischen Traditionen, Fragestellungen und Forschungsprogrammen. Der Begriff "Rational-Choice" enthält bereits den wesentlichen Erklärungsgegenstand der rationalen Entscheidung von Akteuren in bestimmten sozialen Situationen. Ein formales Modell für rationales Entscheidungsverhalten liefert die Wert-Erwartungstheorie. Mit der Abgrenzung des homo oeconomicus gegenüber dem homo sociologicus des normativen Paradigmas lassen sich die Hauptmerkmale der individualistischen Handlungstheorie anschaulich fassen. Wie in Kap. 1.5 bereits dargestellt wurde, charakterisiert Baurmann (1996: 130) den homo oeconomicus mit den vier Merkmalen der empirischen Erklärung (Explanative Zielsetzung), der Zurückführung kollektiver Phänomene auf individuelles Verhalten (Methodologischer Individualismus), der Erklärung des Handels als Ergebnis eines rationalen Entscheidungsprozesses (Rationalität des Verhaltens) und der Berücksichtigung des vom Akteur erwarteten individuellen Nutzens bei Entscheidungen (Nutzenmaximierung).
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