Zusammenfassung
Politische Entscheider stehen – zumal in spätmodernen Zeiten – vor zahlreichen und kaum zu bewältigenden Herausforderungen, welche durch sie selbst, durch die (durchaus systemfunktionale) semantische Stilisierung als gesellschaftsweite und omnipotente Problemlösungsinstanz, zusätzlich befeuert werden. Nicht nur nimmt mit zunehmend konsequenter funktionaler Differenzierung und damit zunehmender gesellschaftlicher Komplexität die Anzahl an politisch zu entscheidenden Sachverhalten stetig zu, sondern werden auch immer höhere Ansprüche an die ‚Rationalität‘ dieser Entscheidungen formuliert (vgl. Schimank 2006: 60f.; auch Martinsen 2006: 21). Wenn Luhmann politisches Handeln als „ein Agieren unter den Bedingungen hoher, unbestimmter Komplexität“ (2010: 259) bestimmt, hat er schon früh auf den Begriff gebracht, dass es „schon durch seine Strukturbedingungen, riskantes, erfolgsabhängiges, vertrauensvolles, Kredite und Informationen überziehendes Handeln“ (ebd.: 260; vgl. auch Riescher 2005: 1130) bedeutet.
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