Heinrich Popitz: Gesellschaftliche Strukturen der Sozialisation
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Zusammenfassung
Editorische Notiz
Dieser Text findet sich im Popitz-Nachlass an vier verschiedenen Orten: dreimal unter dem Stichwort »Sozialisation«, einmal unter dem Ordnungspunkt »Universalitätsthesen«. In allen Fällen handelt es sich um identische Typoskripte, allerdings mit unterschiedlichen handschriftlichen Anmerkungen. Auf dem Deckblatt ist in Maschinenschrift jeweils Heinrich Popitz als Autor vermerkt, desgleichen der unterstrichene Titel. Dazu finden sich zwei Datumsangaben: »3/79« und danebenstehend »(4/81)«. Offenkundig existier(t)en demnach mindestens zwei Varianten des Texts, wobei im Nachlass nur die jüngere vorhanden ist.
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Anmerkungen
- [1]Eine alternative Definition von Gesellschaft verwendete Popitz in seinen Freiburger Vorlesungen zur Allgemeinen Soziologischen Theorie(vgl. Popitz 2011 [1966/67]: Vorlesung 2).Google Scholar
- [2]Vgl. auch die klassischen Darlegungen von Karl Mannheim (2009 [1928]).Google Scholar
- [3]Ausgehend von einer Soziologie der Naturvölkerkulturen und dem Kulturvergleich verfolgt Popitz in seiner Vorlesung Einführung in die Soziologiedie Zielsetzung, eine »Universalsoziologie« zu entwickeln, die er als Allgemeine Soziologische Theorieversteht (vgl. Dreher/Walter 2010; Popitz 2010 [1957/58]).Google Scholar
- [4]Vgl. hierzu auch Popitz 1980 (4. Kap.) und 2011 [1966/67] (Vorlesungen VI – X).Google Scholar
- [5]Vgl. die Ausführungen in Popitz 1980: 77 ff.Google Scholar
- [6]Hier beginnt die in Fußnote 3 angekündigte Einfügung von Seiten aus der Normativen Konstruktion. Google Scholar
- [7]Mit diesem Gedanken schlägt Popitz die Brücke zu einem weiteren für ihn wichtigen Themenfeld, der Technik (vgl. Popitz 1995).Google Scholar
- [8]Vgl. auch die Ausführungen in Popitz 2011 (Vorlesungen VII und VIII).Google Scholar
- [9]Hier endet die Einfügung von Seiten aus der Normativen Konstruktion. Google Scholar
- [10]Vgl. zum Terminus »Aktionsmacht« Popitz 2004 [1992]: 23 ff. und 42 ff.Google Scholar
- [11]Vgl. zum Terminus »instrumentelle Macht« Popitz 2004 [1992]: 25 ff. und 79 ff.Google Scholar
- [12]Vgl. zum Terminus »autoritative Macht« Popitz 2004 [1992]: 27 ff. und 104 ff.; vgl. ferner Popitz’ Deutung des berühmten Milgram-Experiments (Popitz 2011 [1966/67]: 377 ff.Google Scholar
- [13]Vgl. zur Theorie des Über-Ichs Freud (1982).Google Scholar
- [14]Interessanterweise spart Popitz hier die später von ihm als vierter anthropologischer Machttypus eingeführte datensetzende Macht aus (vgl. Popitz 2004 [1992]: 29 ff. und 160 ff.). Die Erklärung, diese sei im vorliegenden Kontext irrelevant und bliebe deshalb unerwähnt, überzeugt nicht, wird objektvermittelte Macht doch alltäglich auch gegenüber Kindern angewandt (man denke nur an das Gitter am Kinderbett). So scheint der Text darauf hinzuweisen, dass Popitz zur Zeit seiner Entstehung die datensetzende Macht noch nicht als eigenständigen Machttypus im Blick hatte.Google Scholar
- [15]Bei Pechstein (1974: 7) heißt es exakt: »daß es ein größerer Schritt sei, von einem Säugling bis zu einem sprechenden Kinde, als von einem Schulknaben bis zu einem Newton«.Google Scholar
- [16]Das Zitat bei Pechstein lautet wörtlich »Junger Kinder Verstand, welcher sich erst formieret, ist einem Wachse gleich, in welches, was für ein Siegel erstlich eingedrücket wird und es darin verhärtet das hält es«. Ursprünglich stammt diese Überlegung von Plutarch (1783: 8), der den Ge danken wie folgt ausdrückt: »Die Seelen der Kinder sind dem Wachse gleich; man kann die Lehren gleich einem Siegel in dieselben eindrücken«.Google Scholar
- [17]Dieser Gedanke von Popitz stellt eine genuine Alternative zu einer weit verbreiteten Begründung der Omnipräsenz von Macht dar, die ihren prominentesten Vertreter in Hobbes hat. Für Hobbes waren es die anthropologischen Eigenschaften der Konkurrenz, des Misstrauens und der Ruhmsucht, die den Menschen nach Macht über seine Mitmenschen streben lassen (vgl. Hobbes 2009 1651.).Google Scholar
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