Jugend, Schule und Identität pp 667-683 | Cite as
Jugend spricht
Zusammenfassung
Der Beitrag gibt im rekonstruktiv-hermeneutischen Zugang einen Einblick in die Analyse autonarrativer Selbstpraxen adoleszenter Jugendlicher (Online-Tagebuch). Das Schreiben über sich selbst funktioniert hierbei als eine auf sich selbst gerichtete Übung des Denkens, die ihre identitäre Bedeutung dort erhält, wo Vorstellungen und Bilder vom eigenen Selbst ins Verhältnis zum sozialen Anderen gesetzt werden. Am Beispiel von Schule als Referenz- und Wirklichkeitsbereich jugendlicher Selbstwerdungsprozesse wird aufgezeigt, dass schulisch-institutionelle Konfliktsituationen, Problembereiche und Krisenproblematiken in der Selbstpraxis Online-Tagebuch narrativ-performativ (re-) inszeniert werden und gleichermaßen als Material für performative Selbsterprobung wie für reflexive Selbstvergewisserung dienen. Aus diesen autonarrativen (Selbst-) Inszenierungs- und Selbstvergewisserungsleistungen gehen schließlich fallspezifische Logiken der Krisenlösung hervor, die anhand ausgewählter Einzelfälle herausgearbeitet werden.
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