Die Bundestagswahl 2013 unter dem reformierten Wahlsystem: Vollausgleich der Überhangmandate, aber weniger Erfolgswertgleichheit

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Abstract

Das Interesse am Einfluss des Wahlsystems auf das Ergebnis der Bundestagswahl 2013 war aufgrund der vorangegangenen Wahlsystemreform(en) besonders groß. Die Frage, ob das reformierte Wahlsystem (das »BWG 2013«) tatsächlich – wie erhofft – zu mehr Erfolgswertgleichheit führen und möglicherweise sogar einen wahlentscheidenden Einfluss der Überhangmandate verhindern würde, wurde ebenso intensiv diskutiert wie die Frage, ob es wirklich – wie befürchtet – zu einer massiven Vergrößerung des Deutschen Bundestages führen und vor diesem Hintergrund eine neuerliche Reform des Wahlsystems notwendig machen würde. Der Beitrag beschreibt zunächst das »BWG 2013« im Vergleich zu dem bis zur Bundestagswahl 2009 angewandten Wahlsystem (dem »BWG 2009«) und geht anschließend auf die »neuralgischen Punkte« des Wahlsystems – die Überhangmandate sowie deren Ausgleich und die Sperrklausel – ein. Dabei erfolgt, um die Wirkung des »BWG 2013« einordnen und bewerten zu können, eine vergleichende Betrachtung zur Wirkung des »BWG 2009«. Abschließend werden die Notwendigkeit und die Möglichkeiten für eine neuerliche Wahlsystemreform diskutiert.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Politikwissenschaft, Raum 209Technische Universität ChemnitzChemnitzDeutschland

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