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Einleitung

  • Norbert Gestring
  • Renate Ruhne
  • Jan Wehrheim
Chapter
Part of the Stadt, Raum und Gesellschaft book series (SRG)

Zusammenfassung

Wir leben heute nicht nur in einer zunehmend sich verstädternden Welt, sondern auch „in einer ‚Bewegungsgesellschaft‘“ (Haunss/Ullrich 2013: 290). Urbanisierungsprozesse und eine zunehmende Bedeutung sozialer Bewegungen sind zwei zentrale, eng miteinander verflochtene Trends: Der „Kampf in den Städten“ (Castells 2012) rückt heute ins Zentrum des Interesses, Städte scheinen vor allem „[r]ebellische Städte“ (Harvey 2013) zu sein. Sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene gibt es viele aktuelle Anlässe für eine Beschäftigung mit dem Zusammenhang von Stadt und sozialen Bewegungen: man denke etwa an die Blockupy-Aktionen in den verschiedensten Metropolen der Welt, an die Proteste gegen ‚Stuttgart 21‘ (den Abriss des alten Kopfbahnhofs und den Neubau eines unterirdischen Durchgangsbahnhofs), an die Proteste in brasilianischen Städten gegen aktuelle Preiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr und weitere mit der geplanten Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2014 einhergehende Zumutungen für große Teile der Stadtbevölkerung, an die Krisenproteste in Athen und Lissabon, an die Aneignung des Tahrir-Platzes in Kairo durch die neue Demokratiebewegung, an die Proteste gegen die Überbauung des Gezi-Parks in Istanbul und nicht zuletzt an die zahlreich im städtischen Kontext sich formierenden, wenn auch häufig umstrittenen NIMBY – not in my backyard – Initiativen, in denen sich häufig nachbarschaftsorientierte Interessen artikulieren. An den zuletzt genannten Beispielen des Tahrir-Platzes, des Gezi-Parks und der NIMBYs lässt sich die Vielfalt des Zusammenhangs von Stadt und sozialen Bewegungen exemplarisch erläutern.

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Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität OldenburgOldenburgDeutschland
  2. 2.Universität BernBernSchweiz
  3. 3.Universität Duisburg-EssenEssenDeutschland

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