Zusammenfassung
Die Alopecia pityrodes gehört zu den am häufigsten vorkommenden Krankheiten der behaarten Kopfhaut und ist als wichtigste Ursache der vorzeitigen Kahlheit von nicht geringer Bedeutung. Die Krankheit beginnt fast nie vor dem Eintritt der Pubertätsentwicklung und macht sich zunächst durch eine Anhäufung trockener, weißlicher Schuppen auf der Kopfhaut bemerklich, die beim Kämmen, Kratzen usw. abfallen und in den hochgradigeren Fällen stets Kragen und Schultern als grober, weißer Staub bedecken (Pityriasis capitis, Seborrhoea sicca). In anderen Fällen, zumal bei reichlicher Anwendung von Pomade und Öl, bilden die Schuppen eine weichere, sich fettig anfühlende, der Kopfhaut aufliegende gelbliche Schicht. Subjektiv besteht dabei gewöhnlich ein mäßiges Juckgefühl. Nachdem diese Erscheinungen einige Jahre bestanden haben, treten Störungen des Haarwachstums hervor, die sich zunächst in einer Zunahme des Haarausfalles dokumentieren. Nach einiger Zeit beginnt das Kopfhaar sich in deutlicher Weise zu lichten, und zwar zuerst an den mittleren Partien der Kopfhaut, welche Stelle überhaupt der Prädilektionsort der durch Pityriasis capitis bedingten Alopecie ist. Im weiteren Verlauf treten an Stelle der immer spärlicheren starken Haare feinere, lanugoartige Haare unter gleichzeitiger Abnahme der Schuppung und schließlich kommt es zur Bildung einer „Glatze“, die aber selbst in den hochgradigsten Fällen ebenfalls nur die mittleren Partien der Kopfhaut einnimmt, während die seitlichen und hintersten Teile der Kopfhaut eine vielleicht etwas gelichtete, aber doch noch mehr oder weniger ansehnliche Behaarung zeigen. In diesem Stadium hat die Schuppenbildung aufgehört, die Kopfhaut erscheint, soweit sie kahl ist, glatt, glänzend.