Kunstharzpreßstoffe im Maschinenbau pp 138-139 | Cite as
Schlag- oder Biegeprüfungen
Zusammenfassung
Geringe Schlagbiegefestigkeit ist das Kennzeichen der pulverförmigen Preßstoffe im Vergleich zu anderen Werkstoffen. Diese Tatsache macht viele Anwender mißtrauisch. Sie glauben, eine gewisse Sicherheit dadurch zu bekommen, daß sie als Abnahmevorschrift für Preßstücke eine Schlagprüfung festlegen. Eine solche hat aber den großen Nachteil, daß sie zwar zahlenmäßig zu erfassen ist, eine Umrechnung auf Betriebsverhältnisse aber in keiner Weise zuläßt. Die meisten Schlagbeanspruchungen beim praktischen Gebrauch erfolgen aus Unkenntnis. Sie wären bei einiger Sorgfalt zu umgehen und lassen sich auch gar nicht in irgendeiner Weise berechnen. Glas ist ebenfalls schlagempfindlich. Die Menschheit hat sich aber an den Umgang mit diesem Stoff gewöhnt. Es wird niemand einfallen, beim Einsetzen einer neuen Fensterscheibe vom Hersteller eine Schlagprüfung zu verlangen. Trotzdem erfüllt die Scheibe bei sachgemäßer Behandlung völlig ihren Zweck. Es ist daher vor allem die Aufgabe des Herstellers und Verarbeiters von Preßmassen, in dieser Hinsicht erzieherisch auf den Kunden zu wirken. Man kann nicht von den neuen Werkstoffen Wunder verlangen, sondern muß für bessere Eigenschaften wie Korrosionsfestigkeit ein ungünstigeres Schlagverhalten in Kauf nehmen.