Einstige Seen: Süß-, Brackwasser- und Salzseen

  • Erich Thenius
  • Karl v. Frisch
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 114)

Zusammenfassung

In erdgeschichtlicher Sicht sind Seen ephemere Gebilde, da sie meist innerhalb weniger Jahrzehntausende verlanden. Ausnahmen bilden nicht nur Kaspi- und Aralsee. Auch der Baikalsee in Zentralasien und der Ochridsee auf dem Balkan reichen in ihren Anfängen bis in die Tertiärzeit zurück, für manche Seen am Alpensüdrand (Corner See und Gardasee) ist es wahrscheinlich. Bereits im Kap. II war von zeitweise austrocknenden Steppenseen und Eisstauseen die Rede. Hier sollen nur einige Beispiele einstiger Seen besprochen werden, die zugleich paläogeographisch interessant sind. Es ist dies der Arbeitsbereich der Paläolimnologie, der sich erst in den letzten Jahren zu einem eigenen Wissenszweig entwickelte. Die Paläolimnologie befaßt sich jedoch vorwiegend mit der spät- und nacheiszeitlichen Geschichte von derzeit existierenden Seen. Verdanken doch diese ihre Entstehung meist der Eiszeit. Hier kommt vor allem der Palynologie, also der Pollen-und Sporenanalyse, besondere Bedeutung zu, da mit ihrer Hilfe eine genaue altersmäßige Datierung der Ablagerungen möglich ist. Diese werden meist durch Bohrer vom Seegrund gewonnen. Diese Bodenproben geben durch die Reste von Muschelkrebschen (Ostracoden), Kieselalgen (Diatomeen), Süßwasserschnecken und -muscheln sowie Einzellern (Thecamoeben) wertvolle Hinweise auf die Geschichte des Sees (Wassertiefe, Zirkulation, Wassertemperatur u. dgl.). Weiterhin liefern paläobiochemische Analysen wertvolle Hinweise zur Salinität.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1977

Authors and Affiliations

  • Erich Thenius
    • 1
  • Karl v. Frisch
    • 2
  1. 1.Universität WienWienÖsterreich
  2. 2.MünchenDeutschland

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