Die Grund≈ und Endprobleme der Erkenntnis pp 54-63 | Cite as
Allgemeingültigkeit und Einheitlichkeit als Erkenntnisziel
Zusammenfassung
Der Weg zum Ziel ist gebahnt und kann weiter gebahnt werden nur durch die Arbeit der Erfahrung. Ich habe bereits gezeigt, wie das auch für die Logik zu verstehen ist: die Erfahrung hat uns gelehrt, wie wir denken müssen, um die Wirklichkeit einheitlich und widerspruchslos zu erkennen; das Ergebnis sind die Grundsätze (Satzungen und Gesetze) der Logik, die im Urteilen zur Geltung kommen. So werden Urteile und Urteilsverknüpfungen in methodischer Entwicklung zu formalen und in ihrer Beziehung auf die Erlebnisse auch zu inhaltlichen Bestandteilen der Erfahrung; aus ihr entspringen sie, in ihr leben sie, und ihre Ergebnisse gestalten sie. Ihr Niederschlag sind die Begriffe, in denen wir die Ergebnisse der Erfahrung niederlegen. Der begriffliche Charakter alles Erkenntnisinhalts darf auch hierbei nicht verkannt werden. Aber das Ziel bleibt bei alledem die Allgemeingültigkeit der Erfahrungsurteile und Erfahrungsbegriffe. Und dieses Ziel bekundet sich in der Ausschaltung jeglicher Art von Subjektivität. Dadurch erhält die Wirklichkeit allerdings einen anderen Ausdruck als den, der in der sinnlichen Wahrnehmung uns als unmittelbar erscheint. In der Allgemeingültigkeit, die wir damit erstreben, liegt der Grund und die Bedeutung und der Gewinn, den uns die naturwissenschaftliche Entblößung und Umgestaltung des Wirklichkeitsbildes erbringt.
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