Das Granulom der Tularämie

  • R. Beiling
  • W. Ehrich
  • E. Letterer
  • F. Roulet
Part of the Handbuch der Allgemeinen Pathologie book series (PATHOLOGIE, volume 7 / 1)

Zusammenfassung

Die Infektion des Menschen mit Pasteurella tularensis ruft sowohl im Bereich der ersten Haftstelle (Primärkomplex) als auch der lymphogen oder hämatogen entstandenen Streuherde recht charakteristische Veränderungen, zum Teil mit Granulombildung hervor. Gut untersucht ist der cutane Primärinfekt1, der als ulcerierte Papel, als banale Schrunde, als chronische ulcerierte Pyodermie, als verruköse Hautveränderung usw. in Erscheinung tritt, wenn er überhaupt beobachtet wird. Bereits an der primären Haftstelle entwickelt sich nach 3 Tagen ein Granulom, das in der Cutis und in den regionären Lymphknoten die gleiche typische Zusammensetzung aufweist; auch die hämatogen entstandenen Knötchen sind durchaus ähnlich aufgebaut. Wie die Untersuchung der inneren Organe nach frischer hämatogener Ausbreitung erkennen läßt, ruft der Infektionserreger zunächst eine rasche Vermehrung und eine herdförmige Ansammlung monocytoider Zellen hervor; in der Leber vermehren sich z. B. die KUPFFERschen Sternzellen und es entstehen dabei Bilder, welche den jungen, sog. Typhusknötchen nicht unähnlich sein können (vgl. S. 418). Schon frühzeitig zerfällt das Zentrum eines Zellknötchens nekrotisch, es wird von polymorphkernigen Leukocyten in wechselnder Menge durchsetzt. Diese unspezifischen initialen Reaktionen werden nach 2–4 Wochen durch eine Granulombildung abgelöst, welche in ihrer Zusammensetzung einige eigentümliche Merkmale erkennen läßt. Die meisten Beschreibungen2 heben hervor, daß im Granulom drei voneinander meist scharf getrennte Zonen unterschieden werden können: zentrale Nekrose, Epitheloidzellzone, unspezifischer gefäßreicher Granulationsgewebsmantel (Abb. 47).

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Copyright information

© Springer-Verlag Ohg. Berlin · Göttingen · Heidelberg 1956

Authors and Affiliations

  • R. Beiling
  • W. Ehrich
  • E. Letterer
  • F. Roulet

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