84. Kongreß pp 906-912 | Cite as
Akanthosis nigricans
Zusammenfassung
Im Jahre 1890 beschrieben Janovsky und Pollitzer — unabhängig voneinander — ein eindrucksvolles Phänomen an der Haut, das vorzugsweise in den großen Körperfalten mit papillomatöser Wucherung, Neigung zum Konfluieren an intertriginösen Arealen und mit Pigmentierung einherging, ein Phänomen, dem später der Dermatologe Unna die weltweit benutzte Krankheitsbezeichnung „ Akanthosis nigricans“ (A.n.) gab. Dieses dermatologische Phänomen ist ein geeignetes Beispiel, um zu der alten umstrittenen Frage Stellung nehmen zu können, ob die Phänomenologie in der Medizin als echte Wissenschaft bezeichnet werden darf. Sehr früh erkannte man, daß es sich um keine Hautkrankheit im engeren Sinne, um keine Erkrankung des Hautorgans, handelte, sondern um ein auf die Haut projiziertes Symptom einer sogenannten inneren Krankheit im Sinne von Heilmeyer. Bei einem Teil der Kranken konnte sofort oder kurze Zeit später ein maligner Tumor, meistens ein Adenokarzinom des Magen-Darmtraktes erkannt werden, der auch innerhalb von relativ kurzer Zeit ad exitum führte. Bei einem anderen Teil der Erkrankten lag eine ausgesprochene Fettsucht vor, meist vergesellschaftet mit recht verschiedenen endokrinen Storungen. Somit handelt es sich bei der „Akanthosis nigricans“ um einen rein morphologisch-phänomenologisch definierten Krankheitszustand, der keine hinreichende und brauchbare ärztliche Information beinhaltet.
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